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Zweierlei Lobgesang zur Reformation

Nikolaichor Zweierlei Lobgesang zur Reformation

Für Kiels Kirchenmusikdirektor Volkmar Zehner macht Felix Mendelssohns Sinfoniekantate "Lobgesang" zur Feier von Gutenbergs Buchdruck gerade im Kontext des Reformationsjubiläums Sinn: „Die ins Deutsche übersetzte Bibel konnte als Buch verbreitet, weitere Schriften Luthers gedruckt werden.“

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Musizieren gerne gemeinsam: Kantor Volkmar Zehner dirigiert den Nikolaichor, Amtsvorgänger Rainer-Michael Munz an der Orgel.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Dirigent ist mit seinem Nikolaichor und dem Hamburger Vocalensemble Ars nova wohlig eingetaucht in die Proben dieses frühromantischen „Mischwesens“. Vom zunächst rätselhaft monolitisch in den Posaunen vorgestellten Aufruf-Thema „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ über Psalm-Vertonungen bis hin zum „Aufstieg von der Dunkelheit zum Licht“ sei da 1840 dem Hamburger „Mozart des 19. Jahrhunderts“ für die Leipziger Thomaskirche wirklich etwas besonderes gelungen. „Es ist beispielsweise hinreißend, wie da ein in c-Moll bedrängter Psalmist erlebt, dass die Sopransolistin ,Die Nacht ist vergangen’ ausruft und somit die ,Waffen des Lichts’ erstrahlen. Der Durchbruch vom Mittelalter zur Renaissance, von der Unwissenheit zur Erkenntnis kann gefeiert werden.“

Ergänzend hat Zehner ein Te Deum als Verbeugung vor der „langjährigen großen Arbeit“ seines Amtsvorgängers Rainer-Michael Munz angesetzt, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feierte. Munz’ stilistisch vielfältige eigene Vertonung des altkirchlichen Hymnus’, dessen gregorianisches Inzipit im Verlauf „mit eher farbigen als schmerzhaften Dissonanzen“ immer wieder auftaucht, entstand 1997 noch in Erstfassung nur mit Pauke, Orgel und Streichern und wurde 2006 um Blech- und Holzbläser erweitert. Sie wird auch bei ihrer schon dritten Aufführung, nun am drittletzten Sonntag des auslaufenden Kirchenjahrs, ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlen.

Konzert am So 12. November, 15.30 Uhr, Nikolaikirche Kiel. www.st-nikolai-kiel.de

Von Christian Strehk

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