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„König der Kunstfälscher“ Mrugalla ist tot

Kunstszene „König der Kunstfälscher“ Mrugalla ist tot

Der als „König der Kunstfälscher“ berühmt gewordene Edgar Mrugalla ist tot. Der 78-Jährige sei am 22. September nach langer Krankheit in Düsseldorf gestorben, sagte seine Tochter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

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Edgar Mrugalla bei einer Auftragsarbeit nach Michelangelo 2003 in Rendsburg.

Quelle: Beate König

Düsseldorf. Anfang der 1990er Jahre war Mrugalla wegen Urheberrechtsverletzung und Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Er kopierte anschließend immer noch, versah die Bilder nun jedoch mit dem Hinweis auf die „Fälscherwerkstatt Mrugalla“.

Der 1938 in Berlin Geborene hatte nach eigenem Bekunden bis zu 3000 Bilder, Grafiken, Radierungen von Rembrandt über Nolde bis Picasso gefälscht. Im Alter von 32 hatte er als Autodidakt diverse Maltechniken gelernt. Rund 50 Maler konnte Mrugalla schließlich kopieren.

1980 verließ er Berlin und zog er nach Nordhastedt in Dithmarschen. Dort kopiert er im Verborgenen an die 3000 verschiedene Werke, die Galeristen und Kunsthändler auf den Markt bringen.

1987 deckte die Kripo die Fälschungen auf. Eine Sonderkommission konfiszierte bei Mrugalla Fälschungen in schwindelerregendem Ausmaß. Radierplatten nach Picasso, Holzschnitte nach Erich Heckel, Gemälde nach Lesser Ury und vielen anderen werden aufgefunden und von der Kripo später vernichtet. Edgar Mrugalla wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

1990 eröffnete er eine Galerie am Hafen in Büsum, in der er seine echten und „falschen“ Werke ganz legal ausstellte und in Maßen auch verkaufte. Seine „Fälschungen“ waren nun allerdings als solche kenntlich gemacht. Zusätzlich erteilte er Malunterricht.

2007 durfte Mrugalla auf Einladung des Kieler Wirtschaftsministeriums seine Arbeiten ausstellen. „Mehr Kunst“ lautete damals der doppelsinnige Titel der Schau, die der damalige Minister Dietrich Austermann (CDU) eröffnete. 1993, vier Jahre bevor er an Parkinson erkrankte, veröffentlicht Edgar Mrugalla seine Lebensgeschichte bei Ullstein.

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