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Komiker in der Komfortzone

Rick Kavanian im Metro Komiker in der Komfortzone

Eines muss man Rick Kavanian lassen: Das, was er macht, macht er ungeheuer gut. Der aus Filmen wie Der Schuh des Manitu bekannte Schauspieler und Komiker war am Dienstagabend mit seinem Bühnenprogramm Offroad im Metro zu Gast.

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Super-sympathischer Typ von nebenan: Rick Kavanian im Metro.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Zwar wird sein Name immer noch vor allem in Zusammenhang mit Michael Bully Herbig genannt, längst ist Kavanian jedoch nicht mehr der bloße Side-Kick des großen Bully, sondern höchst erfolgreich mit eigenen Projekten unterwegs. Derzeit widmet er sich der Frage, wer oder was er eigentlich ist, beschäftigt sich also mit seinen Wurzeln – die sind jedoch ziemlich verstreut. Seine Eltern sind Armenier aus Bukarest, er selber wuchs bei seiner Großmutter in München auf, lebte zeitweise in New York. Dort leben nun mittlerweile seit 1997 seine Eltern.

 An seinem Auftritt im Metro ließ sich bestens studieren, warum manche Menschen berühmter sind als andere. Da kommt einer auf die Bühne, begrüßt das Publikum („Moin, moin“ – natürlich) und beherrscht den gesamten Saal. Wie ein Lichtschalter ist die Stimmung angeknipst: Äußerst glückliche Gäste, die sich die Tränen vom Lachen wegwischen, auf die Bühne schauen und einen bodenständigen, aber unerhört witzigen Kerl sehen. Einen unterhaltsamen, lustigen und super-sympathischen Typen von nebenan.

 Die ersten fünf Minuten machten deutlich, wohin die Reise geht. Quasi im Prolog des Auftritts gaben sich Kavanians Alter Egos ein Stelldichein. Kavanian trifft auf den Griechen Dimitri Stoupakis, trifft auf Lord Jens Maul (aus (T)Raumschiff Surprise), trifft wiederum auf Kavanian. Er reißt einen Spruch nach dem anderen, spielt auf der Klaviatur aller denkbaren Dialekte und Akzente, bezieht mehrere Gäste in seine Live-Show ein, erzählt Anekdoten aus seinem Leben: Kindheit, Pubertät, Hochzeitsreise mit Safari-Tour in Botswana – keine Station wird ausgelassen. Keine unangenehmen Neuerungen, keine Experimente, keine Abweichungen vom guten, alten Standardrepertoire: Wo Rick Kavanian draufsteht, steckt Rick Kavanian drin. So gab er den Gastgeber eines Abends, der sich höchst penibel innerhalb der Komfortzone aller Beteiligten bewegte und unzählige Schenkelklopfer bescherte. Und das ist ja auch mal nett.

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