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Konrad Bockemühl zur Lage des Landestheaters

Kommentar Konrad Bockemühl zur Lage des Landestheaters

Eine gewisse Unruhe scheint beim Landestheater systemimmanent. Drohende Insolvenz, Einsturzgefahr, politisch vertane Chancen... All das hat die Landestheater GmbH in den letzten Jahren unter Generalintendant Peter Grisebach souverän überstanden, um jetzt mit gutachterlichem Segen und gesellschafterlicher Eintracht einen neu justierten Weg in die Zukunft einzuschlagen.

Doch kaum ist Erleichterung in Sicht, scheren Gesellschafter aus der Solidargemeinschaft aus. Eigentlich setze man sich andere kulturpolitische Ziele, sagen die Dithmarscher. Und düpieren den Verbund. Eigentlich müsse doch noch so einiges neu verhandelt werden, befindet man daraufhin im Kreis Schleswig-Flensburg. Und kündigt vorsorglich. Wohl wissend, dass das Zukunftskonzept jenseits von Schleswig auf aktuellem Beitragsniveau basiert. Wird jetzt neu verhandelt, dürfte es wohl kaum um höhere Beitragszahlungen gehen. Weniger Leistung (nicht Qualität), weniger Sparten gar, wären eine existenzbedrohende Konsequenz. Das Theater tanzt am Abgrund.

Ja, Kunst braucht Reibung. Aber Deutschlands größtes Flächentheater als Dauerbaustelle zu etablieren, ist gefährlich. Wenn den Verbund vor allem eint, bei diesem nachhaltigen Kulturangebot zu sparen, ist das Erfolgsmodell zum Scheitern verurteilt. Wenn es in Kreisen zudem subtil gegen neue Finanzausgleichsregeln des Landes ausgespielt wird, ist das unfairer Politikstil. Allemal gegenüber den Theaterleuten, die endlich Ruhe verdient haben, um kreativ unruhig bleiben zu können.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Schleswig-Flensburg kündigt Vertrag
Foto: Auch der Kreis Schleswig-Flensburg hat den Vertrag mit dem Landestheater gekündigt.

Die Perspektiven des Landestheaters haben sich erneut deutlich verschlechtert: In Konsequenz des Dithmarscher Ausstiegsbeschlusses hat auch der Kreis Schleswig-Flensburg bekräftigt, den Gesellschaftervertrag zu kündigen. Die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, SSW, Grünen und FDP sagten zugleich: „Wir kündigen, um zu angemessenen Konditionen zu bleiben“.

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