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Poet, nicht Patriot

Konstantin Wecker Poet, nicht Patriot

„Empört euch, wehrt euch!“, wettert Konstantin Wecker drei Stunden lang im fast voll besetzten Kieler Schloss gegen die herrschenden Verhältnisse. Kein Patriot will er in solchen sein, „nur“ Poet. "Poesie und Widerstand" heißt daher sein Programm zu seinem 70. Geburtstag.

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Beständig widerständiger Warner: Konstantin Wecker am Montagabend im Kieler Schloss

Quelle: Björn Schaller

Kiel.. Keine Rückschau, sondern die beständig widerständige Warnung vor dem wieder aufkeimenden Faschismus gleich am Anfang. „Sag’ nein und misch’ dich ein!“, so die Parole des Liedermachers und Poeten, der sonst für Parolen nichts übrig hat.

Warum singt Wecker immer noch, sich und uns aufzuwecken? Weil er „ein Lied hat“, eines der ersten, das er komponierte, früh altersweise, so dass es noch heute für sein Schaffen gilt, „als hätte sich seine Stimme über ihn hergemacht“. Noch immer tut sie das, treibt ihn an, macht ihn, den nur der Zahl nach 70-Jährigen, zum poetischen Derwisch zwischen Liedermaching, Rock, Pop, Protestsongs – und Liebesliedern.

Er weiß, wie er das Gefühl für Poesie als Widerstand weitergibt an die Nachgeborenen. So steht auch der Kieler Heinz Ratz auf der Bühne, singt davon, wie man sich von der Härte nicht verhärten lassen soll, und hat mit Wecker das „Büro für Offensivkultur“ (offensivbuero.de) gegründet, eine Eingreiftruppe gegen die Unkultur etwa der AFD.

Politischer Aktivismus? Kaum, eher ein poetischer, der Künstler will gegen den wieder sein Medusenhaupt erhebenden Faschismus vereinen. Gegen den darf auch fröhlich gebluest, geboogiet, gerockt und ge-bolerot werden – die Faust gereckt zum „Viva la liberta!“ Romantik? Klar und trotz alledem!

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