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GMD lobt, Musikrat drängt

Konzertsaal im Schloss: GMD lobt, Musikrat drängt

Es sei „offensichtlich, dass sich die Stadt Kiel zu ihrem Konzertsaal bekennt und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten“, freut sich Generalmusikdirektor Georg Fritzsch über die Verlängerung des derzeitigen Veranstaltungsbetriebes bis zum 30. Juni 2018.

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Perspektive noch ungewiss: Kieler Schloss mit Konzertsaal (links)

Quelle: bkm

Kiel. Wie berichtet, hat sich die Stadt bereiterklärt, für das zusätzliche Jahr ein mögliches Defizit des Betreibergesellschaft Kiel Concerts mit maximal 50000 Euro abzufedern. Zuletzt lag das Jahresfehl bei rund 110000 Euro. Das gewonnene Jahr gebe Planungssicherheit für die Saison 2017/18, sagte Fritzsch. Er sieht in dem kurzfristig angekündigten Gutachten nun auch ein klares Signal, das Thema Generalsanierung anzugehen. Auf Basis des aktualisierten Gutachtens könne man beurteilen, was machbar und nötig ist, sagte Fritzsch.

 Auch die CDU-Fraktion im Kieler Rathaus begrüßte die Vereinbarung der Stadt mit Kiel Concerts. Erika Diehr als kulturpolitische Sprecherin „erwartet mit Blick auf auf die notwendige Sanierung, dass die Beteiligten möglichst rasch eine einvernehmliche Lösung erarbeiten werden“. Die Musikfreunde Kiel und der Landesmusikrat Schleswig-Holstein stimmen ebenfalls zu und drängen: Seit Jahren schon sei „absehbar, dass eine dauerhaft tragfähige Betreiberstruktur gefunden werden muss“, heißt es vom Musikrat. Mit zunehmendem Verfall der Konzertstätte sei sichtbar geworden, dass die 2003 eingeführte privatwirtschaftliche Struktur keine langfristige Lösung sein könne, sondern nur mittelfristig von der Verantwortung der öffentlichen Hand ablenken konnte. „Gut durchdachtes und dennoch zügiges Handeln“ sei angesagt. Denn die aktuelle Verlängerung des Betriebes bis zum Sommer 2018 sei nur eine kurze Frist – die Planungen für die Konzertsaison 2018/19 begännen in Kürze und setzten eine Berechenbarkeit voraus für einen Konzertort, „der von Künstlern wie Zuschauern gerne als zentraler Veranstaltungsort der Stadt aufgesucht wird“.

 Die Musikfreunde warnen in diesem Kontext: „Die erschreckende Aussicht auf eine Landeshauptstadt ohne repräsentativen Konzertsaal ist noch nicht vom Tisch - aber wir hoffen auf den guten Willen aller Entscheidungsträger, sich im Sinne der Kultur in Kiel einzusetzen und einen vernünftigen Weg zu beschreiten“. bkm

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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