20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Die Macht der dunklen Zauberei

Krabat in Kiel Die Macht der dunklen Zauberei

Aufgeregte Kinder und ihre deutlich entspannten Lehrer sind ins ausverkaufte Junge Theater Im Wertpark gekommen, um sich die überaus gelungene aber auch fordernde Inszenierung des Otfried Preußler Klassikers Krabat von Hausherrin und Regisseurin Astrid Großgasteiger anzuschauen.

Voriger Artikel
Benjamin Appl: Sinnbindung im Kunstlied
Nächster Artikel
Große und neue Namen

Neben der herausragenden Leistung der Schauspieler Lasse Wagner (Krabat) und in Mehrfachrollen Sebastian Kreuzer und Pia Leokadia lebt die Inszenierung nicht zuletzt vom klar akzentuierten ästhetischen Konzept.

Kiel. Im Saal dann Spannung und Stille. Nicht zuletzt weil die Regisseurin – fast schon ein Markenzeichen – kein fröhliches unbeschwertes Kindertheater zeigt, sondern zwar mit Humor aber auch dem nötigen Ernst zu Werke geht. Genau wie Preußler, dessen Jugendbuch-Meilenstein die Grundlage der Bühnenadaption ist. Und die Story, die wir „Erwachsenen“ wohl alle kennen, ist schon schräg. Die Lausitz während des Großen Nordischen Krieges. Der vierzehnjährige sorbische Waisenjunge Krabat tritt eine Lehrstelle in einer Mühle an.

Aber auch wenn er den ganzen Tag Mehlsäcke durch die Gegend schleppt, und nach außen hin zunächst alles normal wirkt, erweist es sich, dass die Mühle eigentlich eine „Schwarze Schule“, und der Müllermeister ein dunkler Magier ist. Zunächst macht Krabat die merkwürdige Arbeitsumgebung keine Sorge. Im Gegenteil: Er lässt sich davon verführen, welche Macht und welchen Einfluss er dank der dunklen Zauberei auf andere Menschen ausüben kann. Aber das mit der dunklen Magie ist natürlich kein Spaß.  Als nämlich einer der anderen „Azubis“ , Krabats Freund Tonda, auf ziemlich merkwürdige Weise verunglückt, wird Krabat klar, in was er da jobmäßig geraten ist. 

Am Ende zählt wie bei jeder guten Geschichte natürlich die Liebe. Denn schließlich kann nur ein Mädchen aus dem Dorf Krabat retten, die dafür ihr eigenes Leben riskiert ...

Neben der herausragenden Leistung der Schauspieler Lasse Wagner (Krabat) und in Mehrfachrollen Sebastian Kreuzer und Pia Leokadia lebt die Inszenierung nicht zuletzt vom klar akzentuierten ästhetischen Konzept. In diesem Zusammenhang kann man die Bühne von Karl-Heinz Steck und die darin verwobenen fantastischen Videoanimationen von Anoop Davis gar nicht genug loben. Der Zuschauer begibt sich in eine Märchenwelt, die alles möglich scheinen lässt, aber niemals beliebig wirkt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3