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Landestheater: Gekündigt, „um zu bleiben“

Schleswig-Flensburg kündigt Vertrag Landestheater: Gekündigt, „um zu bleiben“

Die Perspektiven des Landestheaters haben sich erneut deutlich verschlechtert: In Konsequenz des Dithmarscher Ausstiegsbeschlusses hat auch der Kreis Schleswig-Flensburg bekräftigt, den Gesellschaftervertrag zu kündigen. Die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, SSW, Grünen und FDP sagten zugleich: „Wir kündigen, um zu angemessenen Konditionen zu bleiben“.

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Auch der Kreis Schleswig-Flensburg hat den Vertrag mit dem Landestheater gekündigt.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Schleswig. Das soll heißen, man will weniger zahlen: „Ein der Höhe nach gleichbleibender Gesellschafterbeitrag bei künftig verändertem Status des ,Theaterstandorts Schleswig’ ist für den Kreis Schleswig-Flensburg weder vertret- noch vorstellbar“, heißt es in der Erklärung.

Kulturministerin Anke Spoorendonk bedauerte die Einscheidung „außerordentlich“, nahm aber das Signal der Gesprächsbereitschaft über neue Konditionen auf: „Es ist dringend erforderlich und ich bitte eindringlich darum, dass sich alle Beteiligten und Gesellschafter des Landestheaters an einen Tisch setzen, um gemeinsam die Vereinbarkeit ihrer verschiedenen Interessen auszuloten“. Als Erfolgsmodell funktioniere die Landestheater-GmbH nur im Verbund. Darauf setzt Aufsichtsratschef Pierre Gilgenast weiterhin. Er gab sich zuversichtlich, die unsichere Lage in Gesprächen klären zu können. Auch rechnerisch sei die Situation beherrschbar. Eine Neubewertung des Schleswig-Flensburger Beitrages sei angesichts der neuen Rolle Schleswigs in der Gesellschaft ohnehin fest vereinbart gewesen.

Landrat Wolfgang Buschmann wies am Dienstag den „Schwarzen Peter“ weit von sich. Den Stein ins Rollen gebracht habe der Kreis Dithmarschen mit seinem regional-kulturpolitisch begründeten Ausstieg. Sein Kreis handele jetzt nur konsequent, nachdem der Verbund aufgebrochen ist. Die aktuellen Diskussionen innerhalb der gestörten Solidargemeinschaft zeigten, dass die Struktur des Landestheaters „labil“ sei, und man „Zeit zur Besinnung braucht“. Die Kündigungen werden zum August 2019 wirksam. Bis dahin zahlt Schleswig-Flensburg jährlich 330000 Euro, Dithmarschen 180000 Euro. Bis Mai 2017 freilich sollte, so Buschmann, eine neue nachhaltige Lösung ausgelotet sein. Der Landrat räumte den unglücklichen Zeitpunkt der Kündigung ein: Gerade erst hatten die Gesellschafter ein einhellig beauftragtes Gutachten zur Zukunftssicherung des Landestheaters genauso unisono abgesegnet. Die Actori-Gutachter waren von generell stabilen Beiträgen ausgegangen und hatten allenfalls Ausfälle durch die Probleme mit dem Spielort Schleswig einkalkuliert. Schon jetzt drohen Fehlsummen, die ihr Worst-Case-Szenario noch übertreffen.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Landestheater
Foto: Landestheater: Anke Spoorendonk bedauert den Aussstieg des Kreises Dithmarschen.

Das Landestheater von Schleswig-Holstein kommt nicht zur Ruhe. Der Kreistag Dithmarschen hat am Freitag mit klarer bürgerlicher Mehrheit den Ausstieg aus der Landestheater-GmbH zum 1. August 2019 beschlossen.

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