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Acht Frauen und acht Motive

Kriminalkomödie Acht Frauen und acht Motive

Bis Heiligabend gehen noch gut zwei Monate ins Land, doch das Werkstatt-Theater ist der Zeit eine Nasenlänge voraus. Die aktuelle Produktion Acht Frauen, eine Kriminalkomödie des Briten Robert Thomas, spielt in der Weihnachtszeit. Das Fest der Liebe wird in der abgelegenen Villa, in der die acht Damen über die Feiertage zusammenkommen, allerdings zum Albtraum.

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Dichte Szenerie mit sechs von acht Frauen: von links Felicia Engelhard, Anja Brandtner, Lene Caesar, Silke Arens, Severine Rösch und Lina Arens.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Der Hausherr liegt mit einem Messer im Rücken auf seinem Bett – mausetot wie leider auch die Telefonleitung. Abgeschnitten von der Außenwelt suchen die Frauen nach der Mörderin, die nur eine von ihnen sein kann. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass jede ein Motiv und keine ein wasserdichtes Alibi hat.

Die Personenkonstellation ist wie geschaffen für die spielfreudigen Damen des Werkstatt-Theaters. „Es gibt praktisch nur Hauptrollen und allerhand Überraschungen im zwischenmenschlichen Bereich. Jede der Frauen hat eine dunkle Seite, die sich im Laufe des Stückes aufblättert“, so Friedrich Caesar, der zusammen mit Joachim Wendt Regie führt. Ein weiterer Grund für die Auswahl des Stückes von 1961, das zu den Klassikern der „Who-done-it“- Komödien gehört, ist die Tatsache, dass die Handlung in Echtzeit spielt und nur ein Bühnenbild erfordert. Neben einem geschmückten Weihnachtsbaum, einem Sofa und einer angedeuteten Treppe müssen meist alle acht Protagonistinnen Platz finden – eine echte Herausforderung für die Gruppe, die unter anderem auf der kleinen Bühne im Hansa 48 auftritt. „Da niemand im Wege stehen darf, haben wir ungewöhnlich viel Zeit und Energie in die Stellproben gesteckt. In so einer dichten Szenerie muss die Interaktion auf den Punkt stimmen“, sagt Wendt, der weiß, wie wichtige das richtige Tempo und die schnellen Anschlüsse für die Inszenierung sind.

 Mit der Zeit habe das stumme Spiel zwischen den Frauen eine zunehmende Komplexität und Eigendynamik entwickelt. „Es passiert viel im Kleinen, daher ist der schauspielerische Anspruch relativ hoch.“ Von der 2002 vielfach ausgezeichneten Verfilmung hat das Regie-Duo sich nicht inspirieren lassen. „Der Film ist teilweise bis zur Groteske überzeichnet. Bei dem Stück handelt es sich jedoch um eine psychologisch ausgefeilte Krimikomödie mit Boulevardcharakter. Die weist zwar durchaus schräge aber auch einige echte Töne auf und ist nicht komplett überzogen.“

 „Acht Frauen“, Kulturforum , Sa (Premiere) und So 20 Uhr. Hansastraße 48 am 30. + 31.10. weitere Termine unter www.werkstatt-theater-kiel.com

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