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Saitensamt und Hammerflügel

Mozart-Konzert Saitensamt und Hammerflügel

Bei der Suche nach dem allerinteressantesten Mozart-Interpreten unserer Zeit fiele die Wahl vermutlich auf den Pianisten Kristian Bezuidenhout. Im Mozart-Konzert der Musikfreunde bestätigte er diesen Ruf, indem er einen Hammerflügel der Generation Beethoven ein Füllhorn an Schattierungen entlockte.

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Sagenhaft feinfühliger Mozart-Interpret: Kristian Bezuidenhout.

Quelle: Marco Borggreve

Kiel. Wie sich da die Dramatik der c-Moll-Klaviersonate KV 457 aus den markant knatternden Bässen heraus aufbaute, samtweich flehende Melodiezüge und punktgenau perlende Verzierungskapriolen dagegen gesetzt wurden, war ein Wiener-Klassik-Vergnügen auf allerhöchstem Niveau.

Wunderbar harmonierte Bezuidenhouts sprechende, frei atmende und immer wieder durch offene Fragemomente inne haltende Klangrede mit der Geigerin Rachel Podger. Die langjährige Konzertmeisterin von Trevor Pinnocks Spezialisten-Ensemble English Concert schmiegte sich an das reiche Farbenspiel des historischen Flügels organisch an, begeisterte in drei Violinsonaten mit trockenen Pointen und einer blühenden, von einem fein dosierten Vibrato belebten Sanglichkeit voller Witz und Empfindsamkeit. Wer da etwa im Finale der D-Dur-Sonate KV 306 keine Bühnenfiguren vor dem inneren Auge des Ohrs hatte, geht zu selten in die Oper ...

Das Publikum in der gut besuchten Kieler Nikolaikirche lauschte der naturgemäß leisetreterischen Kammermusik spürbar atemlos und erklatschte sich das Andante sostenuto aus der C-Dur-Sonate KV 296 als abendmild verschwebende Zugabe.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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