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Grimmsche Märchen gegen den Strich gebürstet

Kulturfrühling Gaarden Grimmsche Märchen gegen den Strich gebürstet

Fulminant ist der am Donnerstag vergangener Woche eröffnete Gaardener Kulturfrühling angelaufen. Gleich beim Start waren mehrere Hundert Teilnehmer und Besucher dabei, ähnlich ging es weiter. Vor allem in der Szene-Kneipe Medusa.

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Eindeutig: Julius Ohlemann trug im Hasenkostüm das sexuelle Alphabet der Tiere vor.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Rock und Blues mit „Hodja“ lockte am Sonnabend mehr als 130 zahlende Fans in die Medusastraße. Und als Mittwochabend die Werftpark-Schauspieler Julius Ohlemann, Fenja Schneider, Johanna Kröner, Dirk Stierand und Jost op den Winkel ebendort ihr schon vor einem Jahr heftig beklatschtes „Märchenmassaker“ aufführten, war die Bude ebenfalls voll.

Zu Recht. Lust- und kunstvoll bürstete das Quintett die guten alten Grimmschen Geschichten gegen den Strich. Oder legte in einer Folge von in alberner Verspieltheit dramatisierten Szenen deren Absurdität offen – wie besonders schön gelungen in der schaurigen Sage vom „eigensinnigen Kind“. Hübsch und schräg auch, wie die Werftpark-Leute über die seltsam-lebensgefährliche Freundschaft zwischen einer Blut- und einer Leberwurst erzählten, und geradezu episch ausgereizt haben sie die Mär vom „Allerleirauh“. Ironische Distanz schaffte dabei ein dramaturgischer Kunstgriff. Mit wechselnden Darstellern stritten die Brüder Grimm stets und ständig über Sinn und Unsinn der dargebotenen Geschichten.

Der Beifall war garantiert

Viel Beifall war dem in rein privater Initiative geformten Ensemble gewiss. Und ebenso der Solo-Nummer von Julius Ohlemann, der in seinem selbst zusammengestellten „Kleinen sexuellen Alphabet der Tiere“ gar manche erotische Merkwürdigkeit zutage förderte. Weiter ging es mit einer nicht gerade an jeder Ecke angebotenen Ü60-Disco im Gustav-Schatz-Hof, und am heutigen Freitag von 18 bis 20 Uhr gibt es in der Mensa der Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule einen Frühlingsabend mit Chören und Musikgruppen verschiedener Schulen und Vereine.

Am Sonnabend um 13 Uhr lockt der „Tatort Kultur“, ein Stadtteilrundgang zu den kulturell bedeutsamen Stätten in Gaarden. Treffpunkt ist an der Bushaltestelle Gablenzstraße Richtung Gaarden. Die Türkischen Vereine erwarten ebenfalls am Sonnabend viele Hundert Besucher zum traditionellen internationalen Kinderfest. Der Festzug startet um 13.30 Uhr auf dem Vinetaplatz. Eine Stunde später wird ausnahmsweise beim Ellerbeker TV in der Großen Ziegelstraße 54 weitergefeiert.

In der Kaiserstraße 4 ist am Sonnabend ebenfalls schwer was los. Das Restaurierungszentrum und der Verein Kulturwerft öffnen in der Zeit von 14 bis 18 Uhr ihr Haus, zum Mitmachen locken dann zahlreiche kreative Workshops für Kinder und Erwachsene. Und noch ein kultureller Tipp für den Abend: Um 19 Uhr beginnt in der St. Markus-Kirche, Oldenburger Straße 25, eine stimmungsvolle Aufführung unter dem Motto „Poesie und Musik“.

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Gaarden
Foto: Immer wieder ist die Schlecker-Galerie in Gaarden auch Performance-Schauplatz. Eine Szene der Vernissage der aktuellen Ausstellung.

Am Donnerstag begann der Gaardener Kulturfrühling offiziell, einen kleinen Vorgeschmack darauf lieferten tags zuvor im Ortsbeirat bereits Theatermacher Norbert Aust und Sänger Gerd Sell. Mit Texten über die Eigenheiten der Deutschen und Liedern zum Mitsingen bewirkten sie so manches Schmunzeln und brachten den kompletten Saal zum Mitsingen.

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