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Wenn das Sparschwein zweimal klingelt

"Kunst gegen Bares" Wenn das Sparschwein zweimal klingelt

Geld regiert die Welt. Neuerdings auch auf der Bühne. Und das wortwörtlich. „Kunst gegen Bares“, nennt sich eine Veranstaltungsform, die die Marktgängigkeit von Künstlern und solchen, die es vielleicht mal werden wollen, gleich mal vor Ort testet. Was früher noch schlicht als „Offene Bühne“ firmierte, wird jetzt monetär aufgepeppt. Etwas Thrill muss schon sein.

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Nach der Kunst-Darbietung kursiert das Sparschwein.

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Kiel. Das Prinzip ist einfach: Wer sich zum Auftritt vor Publikum berufen fühlt, um sich entweder feiern zu lassen oder zum Affen zu machen, kann sich melden. Der Moderator legt sodann eine Reihenfolge der Darbietungen fest, die alle möglichen Bühnen-Kunstformen erlauben. Nur das Zeitlimit von acht Minuten darf nicht überschritten werden. Nach dem Auftritt bekommen die Probanden ein Sparschwein in die feuchten Hände gedrückt, in das das geneigte Publikum so viel Münzen und Scheine einwirft, wie es für die Darbietung für angemessen hält. Gewonnen hat, wer am meisten kassiert. Wie im richtigen Leben. Es sei die „soziale Marktwirtschaft unter den Bühnenshows“ wird geworben. Klingt eigentlich eher nach purem Kapitalismus. Aber wenn ´s Spaß bringt. Nachdem Kiel bislang beim KGB betitelten Spektakel außen vor war, ändert sich das in diesem Monat gleich doppelt. Allerdings hatte man in der Pumpe schon mal vorab einen kleinen Probelauf riskiert.

 Am 14. Oktober, geht es im Roten Salon der Pumpe offiziell los: Ab 20 Uhr ist die Bühne frei für acht Künstler. Quinn Christiansen, Poetry Slammer der Lesebühne Lesus Christus moderiert. Veranstalter ist der immer umtriebige Björn Högsdal von Assemble Art. Denkbar sei alles von Theater, Tanz über Musik, Literatur, Pantomime bis Comedy und sogar Film, heißt es. Nur eine Woche später, am 21. Oktober (20 Uhr) zieht dann das Max Nachttheater mit seiner ebenfalls „Kunst gegen Bares“ betitelten Veranstaltung nach. Auch hier möchte man von Musik über Comedy und Schauspiel bis zu Zauberei und Akrobatik alles sehen, womit frische Talente in acht Minuten so brillieren – oder sich blamieren können. Der Moderator hier heißt Bo Arminius und ist selbst Comedian.

 Erfunden wurde „Kunst gegen Bares“ übrigens vom Theatermacher Gerd Buurmann, der es im Kölner Kleinkunsttheater Eifelturm am 1. Januar 2007 zum ersten Mal über die Rampe schickte. Inzwischen gibt es KGBs in vielen Städten in Deutschland und darüber hinaus. Und in manchen sogar gleich zweimal, wie man am Beispiel Kiel sieht. Dem Sieger der Veranstaltung winkt übrigens der überaus liebliche Titel „Kapitalistenschwein der Woche“. Anmeldungen werden noch entgegengenommen.

 „Kunst gegen Bares“, Mittwoch, 14. Oktober, 20 Uhr, Pumpe (Haßstr. 22) und Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, Max (Eichhofstr. 1)

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