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Volldampf in der „Kultur-Sauna“

LaLeLu im Lutterbeker Volldampf in der „Kultur-Sauna“

Pünktlich zum Start der neuen Bundesliga-Saison empfing auch die grandiose Hamburger A-Cappella-Comedy-Formation LaLeLu ihre Fans am Freitag bei einem Heimspiel. Traditionell präsentiert das Quartett die Vorpremiere eines neuen Programms nämlich im stets bis auf die allerletzte Nische gefüllten Lutterbeker.

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LaLeLu begeisterten im Lutterbeker.

Quelle: Thomas Richter

Lutterbek. Und das ist im Lutterbeker seit zwanzig Jahren Programm. Womit wir beim eigentlichen Thema der Show wären. Denn LaLeLu feiern Jubiläum, mit neuen Späßen und dem Besten aus zwei Jahrzehnten und zwölf Programmen. Auch Fußball sollte noch eine Rolle spielen. Doch dazu später mehr.

Nach einem in herrlich wabernden gregorianischen Gesang getauchten Intro, begann dann auch schon die illustre Werkschau der Hanseaten, die anfingen, Musik zu machen, „als die Kanzlerin noch Helmut hieß“. Zum Auftakt gab Jan Melzer einen herzallerliebsten Enrique Iglesias zwischen Westentaschen-Macho und Latin Lover für Arme. Später wird er als Elvis noch die plattdeutsche Fassung Wie Lena so drall des King-Klassikers All shook up zum Besten geben. Spitzenklasse.

Nummern wie diese sind eine Art Blaupause für das künstlerisch beeindruckende und so ungemein unterhaltsame Erfolgsrezept der Band. Auf der Grundlage einer hohen Musikalität glänzen die Programme  durch eine stilsichere und trotzdem aberwitzige Mischung aus Schauspiel und Show, Parodie und Pop, Klamauk und natürlich Gesang. Peter Maffays, von Stimmen-Parodist Tobias Hanf brillant genäseltes, Es war Sommer mit dem lautmalerischen Gitarren-Zusatz „Deo, Deo Deo“  traf nicht nur wegen der tropischen Hitze im Saal, den Melzer irgendwann liebevoll als „Kultur-Sauna“ bezeichnete, voll ins Schwarze.

Auch das selbstreferentielle und von Solist Frank Valet mit glühender Leidenschaft ironisch satt gebrochene Ich singe nie Playback zündete wie eine Eins. Mezzosopranistin Sanna Nyman als Henne im Korb indes machte beim Mary Roos Klassiker Er gehört zu mir klar, wo bei ihr im Geschlechterkampf der Hammer hängt. Trotz solistischer Glanzleistungen funktioniert LaLeLu aber in erster Linie als perfekt eingespieltes Kurzweil-Kollektiv. Kunst und Komik reichen sich als gleichberechtigte Partner die Hand. Der Satzgesang ist sauber justiert, der Witz meidet die tiefen Schubladen, es werden nahezu alle musikalischen Genres bedient, und die Energie dahinter leuchtet durch jede Note.  

So ging es weit über zweieinhalb Stunden mit Volldampf zur Sache. Und wenn die Musik einmal nicht den Ton angab, lieferte Tobias Hanf grandiose Parodien unzähliger Promis. Und just in dem Moment, wo der HSV bei Bayern München mal wieder unter die Räder kam, ergötzte sich das Publikum im Lutterbeker über eine Fach-Debatte mit Bundestrainer Jogi Löw, Rainer Calmund und Franz Beckenbauer. Mehr geht kaum.

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