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Duwes Kosmos, Kressels Gartenwelten

Sonderausstellungen der Landesmuseen 2016: Duwes Kosmos, Kressels Gartenwelten

„Es wird viel bewegt in der Stiftung“, sagt Prof. Claus von Carnap-Bornheim. Womöglich ist das ein Grund, weshalb in der noch nicht ganz vollständigen Ausstellungsvorschau für 2016 die ganz spektakuläre, die weit ausstrahlende Schau im Sinne des Hedvig-Sofia-Aufschlages 2015 fehlt.

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Harald Duwe: Trümmerlandschaft, 1950.

Quelle: hfr

Schleswig. Spürbar wird erneut das Vorhaben, die Breite von Kunstschaffenden aus dem Norden in unterschiedlichen Komponenten dazustellen.

 Mit einer Retrospektive anlässlich des 90. Geburtstages von Harald Duwe will das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im Sommer einen starken Akzent setzen. Das Werk des 1984 verstorbenen Hamburgers ist geprägt von einem kritischen, ja radikalen Realismus und einer unerbittlichen Verbildlichung politischer Verbrechen. Seit drei Jahrzehnten wurde Duwes vom Zeitgeschehen geprägtes Werk nicht mehr auf Schloss Gottorf in einer Einzelausstellung präsentiert – in Brunsbüttel und auch in der Kieler Henseleit-Stiftung waren Strandmotive des ehemaligen Muthesius-Lehrers Duwe zuletzt 2014 zu sehen. Die große Schau in der Gottorfer Reithalle wird teilweise aus dem Bestand sowie dem Privatbesitz der Künstlerfamilie Duwe zusammengestellt. (10.7.-30.10.).

 Vorher schon werden in der Reithalle unter dem Motto Beste Freunde Werke gezeigt, die der mittlerweile rund 3500 Einzelmitglieder starke Freundeskreis Schloss Gottorf e.V. in 66 Jahren dem Landesmuseum als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt hat. (16.2.-5.6.) Für einen weiteren Kunst-Akzent im Herbst laufen derzeit noch die Vorbereitungen.

 Im Jüdischen Museum Rendsburg sind Werke des 69-jährigen österreichisch-deutschen Malers, Grafikers und Illustrators Eberhard Göttlicher zu sehen, mit einem Grafikzyklus zu Thomas Keneallys Roman Schindlers Liste im Mittelpunkt. 30 weitere Arbeiten des heute in Uetersen lebenden Gegenwarts-Realisten thematisieren NS-Herrschaft, 2. Weltkrieg und Holocaust. Besonders eindringlich sind überdies Göttlichers Illustrationen zu Werken Ödön von Horvaths. (25.2.-1.5.)

 Mit der Ausstellung Bin im Garten von Diether Kressel nimmt die Stiftung Landesmuseen im Kloster Cismar Bezug zur Landesgartenschau (LGS) in Eutin. Der in diesem Jahr verstorbene Rheinländer (Jahrgang 1925) , der in Hamburg wie auch in Friedrichstadt wirkte, war zuletzt in diesem Sommer mit einer Ausstellung im Richard-Haizmann-Museum Niebüll vertreten. Er stellt in seiner realistisch-surrealistischen Malerei und Grafik wie kaum ein anderer Künstler das Thema Garten und Blumenstillleben heraus. Dieser spezielle Fokus in seinem Lebenswerk eignet sich als Kontext zur Gartenschau besonders gut, weshalb bereits zum dritten Mal eine Kooperation vereinbart wurde. LGS-Ticketbesitzer haben freien Eintritt in die barocken Ausstellungsräume des gut 20 Kilometer entfernten Klosters (20.3.-30.10.). bkm

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Dass der leitende Direktor verschnupft vor die Presse trat, als es um Bilanz und Ausblick der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ging, ist einzig und allein Claus von Carnap-Bornheims Gesundheitszustand zuzuschreiben. Die Stimmung ist „vergnügt und fröhlich“.

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