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Kieler Jugend jazzte sich ins Allgäu

Landeswettbewerb Kieler Jugend jazzte sich ins Allgäu

Eine über mehrere Stunden bestens gefüllte Aula in der Ricarda-Huch-Schule (RHS), begeisterte Jugendliche und ein „Heimsieg“ für die RHS-Bigband – der Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ des Landesmusikrats Schleswig-Holstein bleibt ein wichtiger Baustein für Talentsichtung und Sprungbrett für den Nachwuchs.

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Begeisterte: Die Bigband der Ricarda-Huch-Schule hat sich für das Bundestreffen qualifiziert.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Vier Bigbands traten in den Wettstreit, für alle Starter gab es also schon einmal eine 25-prozentige Siegchance. Bedingt durch mehrere Krankheitsfälle musste das Groovin‘ Hard Orchestra vom Gymnasium Heide-Ost kurzfristig absagen. Für Arvid Maltzahn vom Landesmusikrat war es bereits ein Erfolg, dass diesmal Schulen dabei waren, die sich in der Wettbewerbs-Vergangenheit noch gar nicht beworben hatten. 20 bis 25 Minuten durften die Teilnehmer der Jury und dem Publikum jeweils vorspielen. Gleich danach baten die Jurymitglieder Jens Köhler, Leiter des LandesJugendJazz-Orchesters, Volker Schulz, Musikchef Welle Nord, und Bob Lanese, Bigbandleiter aus Hamburg) die Schulorchester zum Fach- und Bewertungsgespräch.

Konstruktive Kritik und Lob, dazu Verbesserungshinweise, damit bemerkte auch der Nachwuchs, wie ernst sein Auftritt genommen wurde. Da ging es beispielsweise darum, dass manch ein Solo doch noch ein wenig schüchtern daher kam, der Abstand zwischen Instrument und Mikro nicht stimmte, die Notenständer die jungen Musiker überragten und Sitz- und Stehordnung generell nicht immer für den Sound von Vorteil waren.

Und zwischendurch ein "Groove"-Workshop

Zwischendurch lud Kiels versierter Schlagzeuglehrer Markus Zell die Rhythmus-Youngster der Bigbands noch zu einem „Groove“-Workshop und verteilte dabei reichlich Tipps. Ihm fiel vor allem auf, dass in den Bands Bläser- und Rhythmussektion nicht immer im Tempo harmonierten.

Die Stückeauswahl variierte zwischen Klassikern von John Coltrane, Duke Ellington, Cannonball Adderley, aber auch fetzigen Funk-Nummern von Wild Cherry oder der Average White Band. Aus der Bigband des Eric-Kandel-Gymnasiums Ahrensburg stach besonders der 16-jährige Trompeter Cornelius Krüger hervor. Er wurde am Ende mit einem Sommerjazzstipendium in Höhe von 300 Euro ausgezeichnet. Die Ahrensburger belegten am Ende Platz 2 ebenso wie die 41-köpfige Kant-Band der Immanuel-Kant-Schule. Die Neumünsteraner waren mit ihren einheitlichen Polo-Shirts und jeweiligem Vornamen am Kragen klar die Mode-Sieger des Events. Die RHS, mit zwei Anwärtern im Rennen, war am Ende mit ihrer Bigband siegreich.

Nächstes Jahr geht es ins Allgäu

Zur Belohnung für einen wirklich anspruchsvollen Vortrag, unter anderem mit der Modern-Jazz-Komposition Wavering aus der Feder von Niko Schäuble, gab es eine Sieger-Fliese im Terracotta-Look, dazu 400 Euro Preisgeld und die Berechtigung, nächstes Jahr im Mai Schleswig-Holstein beim Bundestreffen „Jugend jazzt“ in Kempten/Allgäu zu vertreten. Den Preis nahm stellvertretend die Bariton-Saxofonistin Solveig Thiele entgegen, die den Spaßfaktor für alle Beteiligten herausstellte und sich besonders freute, ihrem Bigband-Leiter Hans-Joachim Kempcke ein besonderes Geburtstagsgeschenk bereitet zu haben. Band Nummer 2 der Schule, die Ricarda Huch Junior Brass, feierte am Ende mit den älteren Mitschülern den Triumph.

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