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Leistungsschau potenzieller Muthesius-Preisträger

Kunsthalle Kiel Leistungsschau potenzieller Muthesius-Preisträger

Sie ist so etwas wie das Schaufenster der Muthesius Kunsthochschule, entsprechend wichtig ist die Ausstellung, die die Muthesius Gesellschaft e.V. mit Unterstützung von Hauptsponsor Nordwestlotto alle zwei Jahre zum „Muthesius Preis für Kunst, Raum und Design“ auslobt. Zum vierten Mal ist die Kunsthalle Gastgeberin dieser ganz besonderen Leistungsschau.

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Rainer J. Kraatz, Vorsitzender der Muthesius Gesellschaft (li.), und Florian Bloemer (Nordwestlotto) vor der Installation von Romina Farkas, im Hintergrund Werke von Maxin Brandt.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Studierende von Schleswig-Holsteins einziger Kunsthochschule, die innerhalb der letzten zwei Jahre ihren Abschluss gemacht haben, können hier ihre Arbeiten einreichen. Diesmal wählte eine Vorjury aus 76 Bewerbungen je zehn „qualitativ herausragende, innovative Arbeiten“ aus den Bereichen Kunst und Design. Ab heute werden sie im strahlenden Ambiente des White Cube der Öffentlichkeit präsentiert.

 Die Qual der endgültigen Wahl hat die überregional besetzte Hauptjury, darunter die Kuratoren Martin Henatsch (Freie Kunst) und Torsten Meyer-Bogya (Raum/Design). Sie muss die Gewinner des mit je 3000 Euro dotierten Preises festlegen, der zusammen mit zwei Publikumspreisen à 500 Euro am kommenden Donnerstag verliehen wird.

 Keine leichte Aufgabe, denn wieder einmal gibt es viel zu sehen. Und wie immer fällt die Zuordnung einzelner Arbeiten nicht leicht. Da ist etwa die knapp 30 Meter lange Wandinstallation von Kommunikationsdesignerin Jennifer Eckert. Zwischen weißen Buchseiten hat sie Gespinste aus dunklen Fäden genäht, mit denen sie den Leerraum zwischen den Buchstaben auslotet – ein so fragiles wie rätselhaftes Kunstwerk, das „den Bausteinen von Sprache“ auf den Grund gehen will. Ebenfalls auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Design wandelt Stephan Schakulat. Unter Anwendung ausgeklügelter Techniken hat er zur Dokumentation des allgemeinen Selfie-Wahns Daten aus seinem eigenen Alltag erhoben und in reizvolle Grafiken umgesetzt. Ein ästhetisches Erlebnis ist die Licht- und Soundinstallation 5067 von Jan Jensen, eine audiovisuelle Darstellung zum Zusammentreffen von Licht- und Schallwellen auf den Spuren von Isaac Newton.

 „Uns interessieren diese Überschneidungen“, so Henatsch, der auch im Vorstand der Muthesius-Gesellschaft sitzt und im Crossover ein Alleinstellungsmerkmal des Preises sieht. „Das Charakteristikum ist das Nebeneinander zwischen den Bereichen Kunst und Design. Wir wollen dieses Zusammenspiel, denn es gibt Schnittmengen. Und die betonen wir.“ Natürlich gibt es auch Arbeiten mit eindeutiger Zugehörigkeit zu den Fachbereichen und die sind nicht minder interessant oder preiswürdig. Faszinierend ist die surreale Bildwelt von Maxim Brandt, technisch brillant die symbolträchtige China-kritische Malerei von Sutin Zhang, hintersinnig die endlose Bildergeschichte von Jakob Grebert.

 Unweit eines kinetischen Ungetüms zwischen Medusa und Krake von Romina Farkas lässt Jenny Reißmann ihre unbehausten Nistkästen wuchern, im nächsten Raum besticht der schlichte hölzerne Tool Chair von Frederic Rätsch durch seine Funktionalität. Effizient ist sicher Janina Hünerbergs „Mamelle“, ein veterinärdiagnostisches Meßgerät zur Diagnose von Mastitis bei Milchkühen. Weniger speziell anwendbar dürfte Gerrit Hoffschultes Hilfe zum Erlernen von Noten sein. Die Simulation einer multimedialen I-Pad-App kann der Besucher sich via Kopfhörer zuführen. Rainer Kraatz, Vorstandsvorsitzender der Muthesius Gesellschaft, findet hierzu klare Worte: „Endlich mal Musik.“

www.kunsthalle-kiel.de

http://muthesius-kunsthochschule.de/im-fokus/muthesius-gesellschaft/

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