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Lena Kaapke im Atelierhaus

Ausstellung Lena Kaapke im Atelierhaus

Eine Installation, die das Bruttoinlandsprodukt von Russland, Argentinien oder Brasilien visuell von Ländern wie Vietnam oder Bangladesch absetzt? Das klingt prosaisch, ist optisch aber reizvoll. Die Kunst von Keramikerin Lena Kaapke, die jetzt im Kieler Atelierhaus zu sehen ist, hat es in sich.

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Leere Schalen, volle Schalen: Für Lena Kaapke sind Aussagen in der Kunst wichtig. 

Kiel. Genauso wie der Titel ihrer  aktuellen Schau im Atelierhaus im Anscharpark,  „176,76M². 11813 Stunden. 3576 Teile“ , in der die 28-Jährige, 2016 ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein, ältere und neue Arbeiten präsentiert.  Zum Beispiel eine Bodeninstallation auf einem Porzellankreis, bestückt mit einer Sammlung von Relikten aus der Industriegeschichte. Kaapke hat die bunten Scherben,  Ziegelsteine oder  Nägel  in der englischen Porzellanstadt  Stadt Stoke on Trent gefunden, wo sie in einer Töpferfabrik gearbeitet hat. Als „Topographie der Industriegeschichte“ bezeichent die Schülerin von Kerstin Abraham diese eigenwillige Feldforschung, die sie nach einer strengen geografischen Ordnung ausgelegt hat. Gefälliger für das Auge ist eine poetisch anmutende Wandinstallation. 249 dreistellige Zahlen aus zartem Porzellan schimmern hier auf weißen Schienen,  hingeschrieben wie mit verschiedenfarbigen Stiften. Die Zahlen stehen für die Nummern von Rezepten, mit denen die Künstlerin im Rahmen eines Forschungsprojekts der Muthesius-Kunsthochschule den verschiedenen Tönen der Farbe Rot nachspürt. Dafür, dass keine einzige der gezeigten Ziffern auch nur annäherd rot ist, hat Lena Kaapke eine einfache Erklärung: „Es handelt sich hierbei um Fehltöne, die beim Brennen entstanden sind.“     Heiligendammer Straße 15. Eröffnung morgen, 19 Uhr. Bis 10. September.  Do/Fr 15-18 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr.

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