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Neues vom Mann mit der Maske

„Liebe stirbt nie“ Neues vom Mann mit der Maske

Dramatisch, romantisch, mitreißend: „Liebe stirbt nie“ knüpft da an, wo „Das Phantom der Oper“ aufgehört hat. Am Freitag feiert die Fortsetzung des erfolgreichsten Musicals der Welt seine Deutschland-Premiere in Hamburg. Das Stück verspricht ein vergleichbarer Dauerbrenner zu werden.

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Das Phantom der Oper und seine große Liebe Christine Daee finden heute auf der Bühne des Operettenhauses in Hamburg wieder zusammen. Das Foto der Produktionsfirma Stage Entertainment zeigt den isländischen Tenor Gardar Thór Cortes (Phantom) und die amerikanische Sopranistin Rachel Anne Moore (Christine).

Quelle: Morris Mac Matzen, Photography/PR

Hamburg. Die Vorhersage ist nicht selbstverständlich. Im Londoner Westend ist „Love Never Dies“ 2010/11, gemessen an den Ansprüchen des erfolgverwöhnten Musicalkönigs Andrew Lloyd Webber, geradezu gefloppt. Der Broadway verzichtete angesichts der unbefriedigenden Zuschauerzahlen auf eine Übernahme in New York. Erst eine komplette Neuinszenierung in Melbourne, Australien, brachte den Durchbruch. Diese Version des Regisseurs Simon Phillips läuft seit 2014 nun doch am Broadway und kommt in deutscher Übersetzung von heute an auf die Bühne des Operettenhauses auf St. Pauli.

 Der Spielbudenplatz ist ein recht passender Schauplatz für eine Handlung, die 1907 auf Coney Island spielt, dem für seine Vergnügungsstätten bekannten Stadtteil im Süden von New York. Hierher hat es das Phantom nach seiner Flucht aus den Katakomben der Pariser Oper verschlagen. Zehn Jahre danach führt der Maskenmann in einem skurrilen Vergnügungspark das ebenso skurrile Revuetheater Phantasma. An seiner Seite die getreue Madame Giry, vordem Ballettmeisterin der Pariser Oper, und deren Tochter Meg. Hier muss das gespenstische Genie sich nicht verstecken; unter seinesgleichen könnte der Unglückliche sein Glück gefunden haben – aber er vergeht vor Sehnsucht nach der geliebten Christine. Die hat es inzwischen als Sopranistin zu Weltruhm gebracht. Sie ist unglücklich verheiratet mit ihrer Jugendliebe Raoul, dem leider trunksüchtigen Vicomte de Chagny, und Mutter eines Sohnes. Mit einer Finte gewinnt das Phantom Christine Daée als Gaststar für sein Theater, es kommt zum Wiedersehen, alte Wunden brechen auf und alte Gefühle erwachen neu. Nur für sie hat das Phantom sein allerschönstes Lied geschrieben, „Liebe stirbt nie“, wird sie es singen? Christine ist zerrissen wie eh und je zwischen Abscheu und Faszination, zwischen Treue und Hingabe, ja, sie tritt auf, es kommt zum furiosen Finale, dramatisch, tödlich, tröstlich. Nur soviel: Zu einem dritten Teil des „Phantoms“ kann es danach nicht mehr kommen.

 Musikalisch hat Andrew Lloyd Webber sich selbst übertroffen. Der Komponist hat schmelzende Melodien geschrieben und schmissige Jahrmarktschlager. Mit dem Titellied „Liebe stirbt nie“ ist ihm einmal mehr ein klassisches Musical-Meisterwerk gelungen wie einst „Memories“ aus „Cats“. Musikalische Zitate aus dem „Phantom der Oper“ sind Absicht; kompositorische Anleihen im umfangreichen eigenen Gesamtwerk wohl unvermeidlich. Mit dem isländischen Tenor Gardas Thor Cortes und der amerikanischen Sopranistin Rachel Anne Moore, die schon in der jüngsten Hamburger Wiederaufnahme des „Phantoms der Oper“ als Carlotta glänzte, sind zwei Könner ihrer Fächer für die Hauptrollen verpflichtet worden. Bühnenbild und Kostüme der preisgekrönten Designerin Gabriela Tylesova sind so schau-lustig und opulent wie sich das gehört für eine auf kommerziellen Erfolg ausgerichtete Produktion.

 Hamburg hat wieder ein großes Musical. Wer’s mag: hin.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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