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Liebe und Countrymusik

Emelie Christiani im Kieler Kulturforum Liebe und Countrymusik

Der Verein Kultur-Rausch e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kieler Kulturleben in seiner ganzen Breite zu zeigen. Am 18. April begonnen, bietet das Festival noch bis Sonntag aufstrebenden lokalen Künstlern eine Bühne. Eine davon ist Emelie Christiani.

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Kräftig und vielversprechend in der Tiefe, leicht, aber manchmal noch zu spitz in der Höhe und mit einer soliden Mitte, die sie mit fein dosiertem Vibrato aufwertet, zeigt Emelie stimmliches Material, einen Wiedererkennungswert, der eine musikalische Zukunft erwarten lässt.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Die junge Sängerin wurde unlängst für ihren bewegenden Song „on she goes“, der Mobbing unter Jugendlichen thematisiert, mit dem Kieler Kinder- und Jugendkulturpreis ausgezeichnet. Ins Kulturforum brachte sie eine Handvoll musikbegeisterter Freunde mit, die sie an Klavier, Gitarre, Cello und Schlagzeug unterstützten.

Unter anderem begleitete sie das Kieler Duo Fresh Orpheus, das sich im letzten Jahr mit Coverversionen von „Lovers on the sun“ und anderen Charthits Gehör verschaffte. Mit Klavier und Cello spielen die beiden Youtubestars bekannte Songs ein und ziehen ihnen somit ein klanglich neues Gewand über.

Was die beiden Jungs musikalisch können, ließen sie am gestrigen Abend jedoch größtenteils vermissen. Denn dieser war balladenlastig, was auf Dauer ermüdet hätte, wäre er nicht mit einer Countryeinlage á la Johnny Cash und June Carter gewürzt worden. Und hätte Emelie, der die June wirklich gut stand, nicht immer wieder nervös-quirlig zum Sprechen angesetzt und es sich dann doch anders überlegt. Lovesong reiht sich an Lovesong, verschiedene Besetzungen werden ausprobiert. Emelie, die sich gerade noch „1000x mal verspielt hat“ und „vielleicht gleich den Text nicht kann“, lässt später das Publikum mitsingen, wie es die Großen tun. Wir werden Zeugen der musikalischen Stimmungsschwankungen einer Sängerin, die nicht mehr Mädchen und noch nicht Frau ist.

Ob man der jungen Musikerin mehr Professionalität hätte zutrauen können? Musicalrollen, erste Preise bei Jugend Musiziert, regelmäßiger Support bei Künstlern wie Michael Schulte und ein Eintrittspreis von 12 Euro hätten da trotz ihres jungen Alters tatsächlich stellenweise mehr erwarten lassen. Aber was auch immer diesen satten zweieinhalb Stunden fehlte, die 18-Jährige machte es mit ihrer facettenreichen Stimme wieder wett. Denn die ist ein wahrhafter Rohdiamant. Kräftig und vielversprechend in der Tiefe, leicht, aber manchmal noch zu spitz in der Höhe und mit einer soliden Mitte, die sie mit fein dosiertem Vibrato aufwertet, zeigt sie stimmliches Material, einen Wiedererkennungswert, der eine musikalische Zukunft erwarten lässt. Man darf also gespannt sein, wie ihr nächstes Konzert, dass „wohl erst irgendwann in einem Jahr“ stattfinden wird, aussehen wird. „Alles wird gut,“ fasst es Countrygitarrist Tim schmunzelnd zusammen, „und wenn nicht, dann lächeln wir.“

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Kiel
Foto: Konzerte und Kampfsport ist das Fitnesstraining, mit dem sich Doro stählt für die rund acht Monate im Jahr auf Tour.

Sie ist die Queen of Metal, auch im 31. Jahr ihrer Regentschaft ist weit und breit keine Amtsnachfolgerin in Sicht: Doro Pesch. Die 50-jährige Düsseldorferin ersang sich in über 3000 Konzerten in mehr als 60 Ländern eine treue Fangemeinde, verkaufte mehr als zehn Millionen Platten. 2013 wurde sie in London bei den „Metal Hammer Golden Gods Awards“ zur „Legende“ gekürt. Vor ihrem Kieler Konzert sprach Doro mit unserem Mitarbeiter Kai-PeterBoysen.

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