20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Die Doppeldeutigkeit des Meeres

Lisa Hoffmann bei K 34 Die Doppeldeutigkeit des Meeres

Ein tiefes, unterschwelliges Dröhnen erfüllt den Galerieraum K34 im ehemaligen Schleckermarkt. Dazu werden knappe Rufe hörbar – ein Soundmix, der nach Arbeit klingt.

Voriger Artikel
Dem Hype traut die Band Leoniden nicht
Nächster Artikel
Viel Lob zum Abschied von Jörn Sturm

Lisa Hoffmann und ihr Meer-Erleben: Seekarten, Videos, technische Einblicke.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Per Videoprojektion kann man das Auslaufen eines voll beladenen Containerschiffes aus einem fernen Hafen verfolgen, mitten im Raum steht ein Tisch mit ausgebreiteten Seekarten und jeder Menge handschriftlicher Notizen. Ölverschmierte Overalls hängen von Trittleitern, an den Wänden ringsum zeugen Fotografien vom Leben an Bord: Da ist der Bug eines Schiffes, das dem Horizont entgegen fährt, eine Serie in Schwarzweiß zeigt das mit hohen Zäunen gesicherte Areal einer verlassene Werft in Lissabon, ein Großformat gibt einen Eindruck von der drangvollen Enge im geordneten Chaos eines Maschinenraums. „Koordinaten - 54°3114`N 10°1459`E“ nennt Lisa Hoffmann ihre Schau – die Zahlen beziehen sich übrigens auf den Standort der Galerie.

Gefördert vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ hatte sie 2014 für ihre künstlerische Feldforschung auf See ihr Studium an der Muthesius Kunsthochschule unterbrochen und war als technische Offiziersassistentin mit einem Containerschiff auf den Weltmeeren unterwegs. „Mich interessiert, was den Menschen ans Meer und auf das Meer treibt“, erzählt die Künstlerin aus dem Münsterland: „Das Meer ist eine doppeldeutige Angelegenheit. Chaotisch und vom Sturm bewegt, löst es eine große innere Ruhe in mir aus.“ Angesichts der Naturgewalt meterhoher Wellen sei sie auf positive Weise demütig geworden.

Elisabethstraße 68. Eröffnung Do., 19. März, 19 Uhr. Bis 9. April. Di, Mi, Do, So 15 - 18 Uhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3