6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Albig sagt Hilfe bei Konzertsaal-Sanierung zu

Lübeck Albig sagt Hilfe bei Konzertsaal-Sanierung zu

Das Land will die Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle mit zwei Millionen Euro unterstützen. Das kündigte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck an.

Voriger Artikel
Die Harfe mit dem roten C
Nächster Artikel
Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wird es laut

Will bei der Sanierung der Konzerthalle in Lübeck helfen: Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Quelle: Ulf Dahl

Lübeck. Ausgerechnet beim Neujahrsempfang der IHK zu Lübeck wurden Zeichen für die Kultur gesetzt. Ministerpräsident Torsten Albig versprach zwei Millionen Euro aus dem Landeshaushalt, „um etwas Schwung in die Sanierung“ des Musik- und Kongresshalle (MuK) zu bringen – und erhielt dafür großen Beifall. Zumal auch die die Vertreter der Wirtschaft sich klar zur MuK bekannten, deren Sanierungsbedarf freilich weit über die zwei Millionen Euro des Landes hinaus geht: Auf 22,3 Millionen Euro beziffert ein Gutachten der Stadt die notwendigen Maßnahmen, nachdem das Dilemma durch statische Probleme mit der Akustikdecke im Konzertsaal offenkundig wurde.

Die Kosten des ersten Bauabschnittes für eben diesen Saal bezifferte Bürgermeister Bernd Saxe gestern nach Anfrage auf 8,4 Millionen Euro: Zum Sommer 2017 sollen dringend notwendige Maßnahmen an den Decken von Konzertsaal, angrenzenden Gängen und Foyer sowie für den Brandschutz abgeschlossen sein. Andere „Erneuerungs- und Verschönerungsmaßnahmen“, so Saxe, müssten „mittel- und langfristig angepackt werden.“

Dass das Projekt angesichts der Gesamtsumme und der finanziellen Lage der Stadt kein Selbstgänger ist, zeigten die klaren Appelle beim IHK-Empfang: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, Handwerkskammer wie Firmenvertreter sprachen sich unisono für eine schnelle Sanierung aus, als „gut angelegte Investition in den Wirtschaftsstandort mit positiven Effekten für Tourismus, Kultur und Gesellschaft, die nicht auf die lange Bank geschoben werden darf, so UV-Nord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich. Manch Wirtschaftsvertreter wird auch an den würdigen Rahmen für Meisterfeier, Hauptversammlung oder den Jahresempfang gedacht haben. Der musste in diesem Fall, wie auch die Konzerte im MuK-Foyer, der Rotunde, stattfinden – mangels Platz mit weniger Gästen als gewöhnlich. Ein wirtschaftliches Problem, unter dem auch die SHMF leiden dürfte: Die Eröffnung findet seit Jahren traditionell in der MuK statt.

Der frohen Botschaft des Ministerpräsidenten war ein gemeinsamer Brief von Bürgermeister Bernd Saxe und Kiels OB Ulf Kämpfer vorausgegangen, die beide Probleme mit ihren Konzertsälen haben... Ob der vom Kabinett am Dienstag noch abzusegnende 2-Millionen-Impuls an der Trave den Knoten lösen kann – weitere (EU-) Fördertöpfe hat man bislang offenbar nicht ausgemacht –, ist zwei Wochen vor der entscheidenden Bürgerschaftssitzung offen. Ebenso offen wie die Frage, ob auch Kiel nun mit einer vergleichbarer Unterstützung für die überfällige Sanierung des maroden, aber immerhin noch „funktionierenden“ Konzertsaales im Schloss rechnen darf. Dazu gab es gestern Abend von Torsten Albig immerhin freundliche Worte: „Wenn wir wissen, was geplant ist und welcher Bedarf besteht, wird die Landesregierung auch eine Unterstützung dieser Maßnahme wohlwollend prüfen. Wir wissen, welche Bedeutung das Kieler Schloss als Spielstätte für Schleswig-Holstein hat.“ Währenddessen wird in Lübeck schon mal weiter kräftig die Trommel gerührt für die MuK-Sanierung – auch über eine Online-Petition: http://www.rettet-die-muk.de/. Am kommenden Montag wird das heikle Thema im Bauausschuss diskutiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr zum Artikel
Konzertleben in Kiel und Lübeck ist gefährdet
Foto: Außer Betrieb: Der Konzertsaal der 21 Jahre alten Musik- und Kongresshalle Lübeck darf seit Ende September nicht mehr bespielt werden, weil die Akustikdecke viel schwerer ist, als sie sein darf. Ersatzweise wird verstärkt in der MuK-Rotunde Musik gemacht.

Wenn Kultur strahlen soll, braucht es Qualität. Und Raum. Wenn Orchesterklang sich mit Niveau entfalten soll, braucht es Konzertsäle. Und da gibt es in Kiel wie Lübeck Anlass zur Sorge.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3