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Musik zieht ins Foyer um

Lübeck Musik zieht ins Foyer um

Der Konzertsaal der von Gerkans Hamburger Büro gmp konzipierten Musik- und Kongresshalle Lübeck ist wegen einer übergewichtigen Akustikdecke seit Ende September gesperrt. Und das aus Kreis und Quadrat entworfene Mehrzweckfoyer, eine zehn Meter hohe „Glashalle“ mit „technischem Habitus“, kommt groß raus: Es ersetzt den größten und bestausgestatteten Konzertsaal im Lande.

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Festkonzert im Foyer der MuK

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Am Freitag wird der finnische Stardirigent Esa Pekka Salonen, als Chef des Philharmonia Orchestra London in den großen Sälen der Welt zu Hause, mit dem NDR-Sinfonieorchester das 1400 Quadratmeter große Foyer mit Traveblick bespielen. Nach Hamburgs Laeiszhalle, vor Pariser Philharmonie, Tonhalle Zürich, Royal Festival Hall London...

 „Wir versuchen alles und hoffen, dass das Foyer der Muk tatsächlich so etwas sein kann wie der zweitgrößte Konzertsaal Lübecks“, formuliert es ein NDR-Sprecher mit Blick aufs Publikum. Zwar reicht der Platz für die Abonnenten, aber der freie Verkauf muss begrenzt werden: Fasst der Konzertsaal der Muk gut 1600 Zuhörer, bietet das Foyer jenseits der Bühne gut 1200 Sitzplätze. „Wir hoffen“, heißt es vom NDR, „dass das Foyer den Test auch in logistischer und vor allem akustischer Hinsicht besteht ...“

 Das Theater Lübeck hat schon Erfahrungen gesammelt. Nach der Hiobsbotschaft von der Decke hatten sich die Philharmoniker und ihr GMD Ryusuke Numajiri mangels Alternativen schon Anfang Oktober für den Umzug ins rundumverglaste Foyer entschieden. Die Akustik sei durchaus passabel (und womöglich mit Stoff noch ein wenig zu verbessern), befand man am Theater. Und die Atmosphäre sowieso. Also plant man die weiteren Sinfoniekonzerte bis zum Neujahrskonzert erstmal hier. Und dann? Es wird noch geprüft. Vorerst versucht das MuK-Management, alle Termine im munteren vorweihnachtlichen Veranstaltungsreigen von Torfrock und Tukur bis zur schottischen Musikparade ins Foyer zu verlegen – und findet dafür auch breites Verständnis.

 Und die Decke? Die sei, soviel steht offenbar schon fest, von Anfang an zu schwer gewesen, heißt es aus dem Lübecker Rathaus. Aber vom Generalunternehmer vor 21 Jahren trotzdem so abgenommen worden. Nun, sie hat lange gehalten, die überlastete Decke. Hätten sich nicht Decken in ganz anderen Flur-Bereichen der um Nachhaltigkeit so demonstrativ bemühten MuK verdächtig gebogen, wären es womöglich auch noch viel mehr Jahre geworden. Nun aber hat man alles gecheckt, nun hat man das Dilemma – während die Flure schon längst wieder passierbar sind.

 Eigentlich sollte das Problem locker lösbar sein. Schließlich waren seinerzeit international renommierte Architekten am Werk. gmp haben die Kieler Hörnbrücke entworfen, den Berliner Hauptbahnhof und auch BER, den Hauptstadtflughafen. Große Architektur, auch wenn es mitunter kleine Kollateralschäden gab...

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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