17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Sinfonik zieht ins Foyer

Lübeck Sinfonik zieht ins Foyer

Die Kieler hadern latent mit dem Zustand ihres 50 Jahre alten Konzertsaales, die Lübecker mussten den Konzertsaal ihrer Musik- und Kongresshalle (MuK) akut schließen. Und das exakt 21 Jahre nach deren Eröffnung am 1. Oktober 1994.

Voriger Artikel
Kunsthalle präsentiert Via Lewandowsky
Nächster Artikel
„Wir brauchen mehr Deneuve!“

Erst vor wenigen Wochen hatte Lübecks Kultursenatorin Kathrin Weiher ein millionenschweres Modernisierungskonzept für die 2014 mit 480000 städtischen Euro bezuschusste MuK angekündigt – jetzt taten sich bei der näheren Ermittlung des Instandsetzungsbedarfs akute Probleme mit der abgehängten Akustikdecke auf.

Quelle: hfr

Lübeck. Erst vor wenigen Wochen hatte Lübecks Kultursenatorin Kathrin Weiher ein millionenschweres Modernisierungskonzept für die 2014 mit 480000 städtischen Euro bezuschusste MuK angekündigt – jetzt taten sich bei der näheren Ermittlung des Instandsetzungsbedarfs akute Probleme mit der abgehängten Akustikdecke auf. Eine „intensive bautechnische Untersuchung mit anschließender statischer und brandschutztechnischer Ertüchtigung“ seien unabwendbar, heißt es aus der Hansestadt. Bis das erledigt ist, muss der Konzertsaal geschlossen bleiben, während alle anderen Räumlichkeiten der MuK nutzbar sind.

 Not macht erfinderisch. Was in Kiel undenkbar wäre, geht in Lübeck: Nach intensiver Absprache mit den Veranstaltern konnten die Konzerte für Oktober kurzerhand in das große Foyer verlegt werden, wo gerade erst bei der Feier eines Schuljubiläums eine gewisse Orchestertauglichkeit bewiesen wurde. Wo Musiker wie Johannes Oerding, Herbert Grönemeyer und Torfrock eh schon Konzerte gaben. Nun kehrt erzwungenermaßen verstärkt auch Klassik ins Foyer ein. Das Sonderkonzert „Philharmoniker. Mittendrin“ zum zehnjährigen Bestehen der Philharmonischen Gesellschaft Lübeck wird am morgigen Sonnabend mit Chor und Orchester im Foyer gegeben. Ohne abgehängte Decke, sicher auch ohne die akustischen Segnungen des Saals. Aber zumutbar, wie auch Dirigent Ryusuke Numajiri schon bei der ersten Probe am Mittwochabend befand. So werden auch drei weitere Sinfoniekonzerte im Oktober – einvernehmlich, wie MuK-Sprecherin Gesa Lüdeke betont – ins Foyer verlagert. Was ab November passiert, muss sich zeigen. Man hofft, den Saal dann wieder nutzen zu können. Er fasst knapp 2000 Zuhörer, das Foyer hingegen nur rund 1000 Sitzplätze, dazu Stehplätze auf Treppe und Galerie. bkm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3