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Sommer-Geschenk für Gottorf

Neuzugang im Barockgarten Sommer-Geschenk für Gottorf

Ein hellblauer Himmel spannt sich über dem Gottorfer Barockgarten, und einer freut sich besonders über das Wetter: Der Lübecker Bildhauer Winnie Schaak, der zwei Stelen aus Cortenstahl als Auftragswerk und als Geschenk von Förderern für die Anlage geschaffen hat.

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Winnie Schaak vor einer seiner beiden Sonnen-Stelen im Gottorfer Braaockgarten.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Schleswig. Ein wolkenverhangener Himmel ist ja eigentlich kein Hinderungsgrund für eine kleine Feierstunde, aber gestern hätte sie das Seh- und Aha-Erlebnis tatsächlich gemindert. Denn die beiden Stelen, die nun auf den Parterres des Gartens in Sichtweite des Globushauses stehen, sind besondere Sonnenuhren – eine für den Vormittag auf der Westseite, die andere nach Osten ausgerichtet für den Nachmittag.

Sympathisch gut aufgelegt gibt Winnie Schaak Auskunft über die Vorgeschichte, die Jahre zurückliegt und die auch Prof. Heinz Spielmann gestern zurück nach Gottorf brachte. Der ehemalige Direktor des Landesmuseums ist langjähriger Vorsitzender der Hamburger Gesellschaft für Metallskulpturen-Unikate und trat in dieser Eigenschaft an den Bildhauer heran. Die Anfrage, ob er eine Sonnenuhr für den wiedererstandenen Barockgarten schaffen könne, habe ihn zunächst in leichte Gewissensnöte gebracht, sagt Schaak mit sympathischer Offenheit. Als gelernter Schmied, der nach seinem Meisterabschluss ein Bildhauerstudium anschloss, habe er eine gesunde Abneigung gegen schmiedeeiserne Sonnenuhren auf grünem Rasen. Nun sind aber die Hamburger Metallskulpturen-Freunde unverdächtig, sich in kunstgewerbliche Gefilde zu begeben und Schaaks Ethos als moderner Bildhauer hätte ohnehin dagegen gestanden. Kurz, sein Ehrgeiz war geweckt und der Bildhauer mitten in der Recherche. Sein Ziel sei es gewesen, eine Lösung zu entwickeln, die den Proportionen des Gartens angemessen ist und in der auch seine aktuelle Formensprache zum Ausdruck kommt.

Was Ulrich Schneider als Kurator des Barockgartens an Schaaks Sonnenstelen so gefällt, ist das Prinzip der Umkehrung: Statt durch einen Schatten wird durch einen Lichtstrahl die Zeit angezeigt. Durch den schmalen vertikalen Einschnitt fällt das Licht auf die Bodenplatte aus dunklem Granit. Schaak verzichtete bewusst auf ein mit Tagesstunden skaliertes Zifferblatt. Sechs Quadratflächen und fünf Linien ermöglichen Orientierung für all jene, denen es eben nicht auf die Minute ankommt.

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