16 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
Ein begnadeter Vorleser im Literaturhaus

Lukas Bärfuß in Kiel Ein begnadeter Vorleser im Literaturhaus

Lukas Bärfuß ist ein begnadeter Vorleser. Im Literaturhaus stellte der Schweizer Autor, ausgezeichnet unter anderem mit dem Hans-Fallada-Preis Neumünster (2010) und dem Schweizer Buchpreis (2014), am Montag seinen jüngsten Roman „Hagard“ vor.

Voriger Artikel
Erinnerungswürdig, bewegend, extravagant
Nächster Artikel
Künstler startet umstrittenes Projekt

Lukas Bärfuß war zu Gast in Kiel.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Der war in diesem Jahr für dem Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der Titel ist der Jägersprache entlehnt und referiert auf die Kunst, mit wilden Falken zu jagen – ein archaisches Bild, das mit dem ganz und gar in der Gegenwart verorteten Protagonisten zunächst nicht recht zusammenpassen will.

Am Anfang der Geschichte steht ein Paar „pflaumenblauer Damenschuhe“. Immobilienmakler Philip entdeckt sie im Feierabendgedrängel an den Füßen einer jungen Frau. Aus einer Laune heraus folgt er der Trägerin und die spontane Idee wird zur Obsession mit schicksalhaftem Ausgang.  Eineinhalb Tage dauert die Verfolgungsjagd, während der sich Philip in einen zunehmend verwahrlosten Getriebenen verwandelt. 

Zentrale Bedeutung hat hier die Figur des sprachmächtigen Erzählers, so Bärfuß, der mit seinem Roman unter anderem das Bewusstsein für das Dreieck zwischen dem Leser, dem Erzähler und seinen Figuren schärfen will. „Der Erzähler als Zeuge des Geschehens piesackt die Figuren und treibt sie an. Je mehr sie riskieren, desto mehr erlebt der Leser.“ Wichtig ist ihm in dieser Geschichte, „dass wir einen Roman haben, in dem es nicht nur um das Warum sondern auch um das Wie geht.“                         

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3