16 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Ohne Worte, aber mit viel Gefühl

Maria Baptist in Kiel Ohne Worte, aber mit viel Gefühl

Schöner und eindringlicher kann man den Titel eines neuen Albums kaum umsetzen, als es die in Berlin und New York lebende Pianistin und Komponistin Maria Baptist mit ihrer exzellenten Band im leider nur mäßig besuchten Kulturforum tat.

Voriger Artikel
Erster Kandidat stammt aus der Schweiz
Nächster Artikel
„Neue Schwarze Romantik“

Maria Baptist wurde von Mathias Rupping am Schlagzeug, Victor Selling am Kontrabass und Jan von Klewitz am Saxophon begleitet.

Quelle: mwe: Manuel Weber

Kiel. Das im Rahmen der Veranstaltungen zum Release ihres neuesten Werks Poems Without Words auf die Bühne gebrachte Konzert war für alle, die Jazz, Funk, und auch ein wenig Pop-Rock mögen, eine musikalische Offenbarung.     

Das Programm

Wie der Titel es vorgibt, erlebten die Zuhörer eine rein orchestrale Darbietung gänzlich ohne Gesang. Begleitet von Mathias Rupping am Schlagzeug, Victor Selling am Kontrabass und Jan von Klewitz am Saxophon zelebrierte die Künstlerin an den Tasten einen faszinierenden Abend, der verschiedene musikalischen Stile,  Spielfreude und kompositorischen Ideenreichtum aufs Beste vereinte.  „Inspiration, Lebendigkeit, Freiheit, Kreativität, Herausforderungen - alles was mir im Leben wichtig ist, mich als Künstlerin antreibt, meine Sehnsüchte nährt, mich tief berührt, habe ich in New York gefunden.“ sagte Baptist unlängst in in einem Interview.  Den Worten ließ sie bei diesem außergewöhnlichen Konzert Taten folgen. In weiträumig ausformulierten Kompositionen wie etwa dem Opener Travel In Possibilities,  Running oder dem betörenden Finale Midnight Rain vermengte Baptist auf spielerisch höchstem Niveau Jazz, Swing und Funk und ist sich dabei auch für einige Rock-Muster nicht zu schade.   

Das Publikum

Konzentriert und begeisterungsfähig für diesen außergewöhnlichen Abend. Es hätten natürlich gern ein paar mehr Musikliebhaber den Weg ins Kulturforum finden können. Aber zugegeben draußen fegte ja auch ein ordentlicher Sturm.  

Fazit

Tolles Konzert. Und wir lernen erneut: Es braucht nicht immer Gesang, um im Bereich der so genannten U-Musik (wenn es denn so etwas überhaupt gibt) zu fesseln und begeistern. Großes Kompliment auch an den Sound im Saal. Perfekt ausgesteuert kam jedes Instrument zur Geltung, so ergab sich ein ausgesprochen homogenes Klangbild, was ein wesentlicher Schlüssel zum Gesamteindruck des Abends war.  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3