27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Verschiebung, Verdeckung und Enthüllung

„Masters - Die Zweite“ im Atelierhaus Kiel Verschiebung, Verdeckung und Enthüllung

Der rot-weiß gekachelte Fußboden im Atelierhaus im Anscharpark ist im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinausgewachsen. „Sockel mit 4 Fäusten“ nennt Jihae An ihr sehenswertes Bauwerk in Fußbodenoptik, das zugleich als Träger ihrer keramischen Objekte dient. Die Koreanerin ist eine von zehn Masterstudierenden der Muthesius-Kunsthochschule in der Gruppenausstellung "Masters - Die Zweite".

Voriger Artikel
Strandgut mit Fördeblick
Nächster Artikel
Kammersänger Grundheber feiert 50-jähriges Bühnenjubiläum

Maria Malmberg baut im Kesselhaus ihre Installation „Gösch 47“ auf.

Quelle: ehr

Kiel. Die Studierenden aus den Klassen für Keramik, Medienkunst, Malerei, Bildhauerei und Freie Grafik wurden von ihren Professoren ausgewählt und zeigen teilweise sehr persönliche Arbeiten.

 Der Albaner Vangiush Vellahu etwa weist mit zwei eindringlichen Videodokumentationen auf die desolate Situation in ehemaligen Sowjetrepubliken hin, Ioana Mitrea verarbeitet in verschlüsselten Videobildern auf berührende Weise den Tod ihrer rumänischen Urgroßmutter. Ein Bücherschrank voller Liebesromane, deren inhaltlich „brisante“ Szenen optisch markiert sind, strahlt äußerlich in den kitschig bunten Farben der Buchumschläge. Felisha Bahadur hat das Möbel aufgestellt in Erinnerung an ein ähnliches Modell aus ihrer Hochschule für Mädchen in Trinidad, dessen Inhalt nur über den Schlüssel der Bibliothekarin zugänglich war. „Für mich war dieser Schrank faszinierend und voller Geheimnisse“, so die Studentin der Malklasse, die ihre fröhliche Kopie ebenfalls mit einem gewaltigen Schloss ausgestattet hat.

 Wiebke Wolkenhauer besetzt einen Großteil des angrenzenden Kesselhauses mit ihrer so komplexen wie poetischen Masterarbeit, in der es um Überlagerungen und Verschiebungen, Verdeckung und Enthüllung geht. Hier mischen sich Projektionen und Zeichnungen genauso wie Sprachen und fremdartige Schriftzeichen – gut, wenn man etwas Zeit mitbringt. Verspiegelte Kuben, blutroter Mohn und 47 zirpende Heimchen sind Bestandteile der Installation Gösch 47, die Maria Malmberg in einem Nebenraum eingerichtet hat. Historisch Bewanderte werden den Bezug zum Kieler Matrosenaufstand erkennen. „Doch wer etwas anderes darin sieht, ist auch willkommen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3