17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Projekt „AufReger“ in Kiel

Max-Reger-Offensive Projekt „AufReger“ in Kiel

Große Max-Reger-Offensive in der Landeshauptstadt: Organisatorisch betreut von den Musikfreunden Kiel, flankiert von deren Werbeprospekt und Internet-Auftritt, resultiert daraus nun eine Art kollektive Musiker-Initiative für den Spätromantiker – mit 45 Konzerten.

Voriger Artikel
Adele kommt 2016 nach Hamburg: sechs Konzerte in Deutschland
Nächster Artikel
Faschingsschwank und böser Mozart

Sonderbriefmarke zum 75. Todestag. In Kiel wird 2016 mit vielen Beteiligten des 100. Todestages von Max Reger gedacht.

Quelle: Deutsche Post

Kiel. „Mach’ was für Reger!“, klang der Auftrag seines Dirigierlehrers Heinz Rögner in den Ohren von Georg Fritzsch nach. Im Vorfeld des Gedenkjahres zum 100. Todestag des großen, in Leipzig am 11. Mai 1916 verstorbenen Komponisten, Dirigenten, Orgel- und Klaviervirtuosen sann Kiels Generalmusikdirektor bereits vor zwei Jahren über die Erfüllung nach. Als er dabei Kirchenmusikdirektor Volkmar Zehner an der Ampel traf, war im Handumdrehen die gemeinsame Idee einer großen Max-Reger-Offensive in der Landeshauptstadt geboren. Organisatorisch betreut von den Musikfreunden Kiel, seit Donnerstag flankiert von deren Werbeprospekt und einem mit Nachwuchskräften von New Communication entwickelten Internet-Auftritt, resultiert daraus nun eine Art kollektive Musiker-Initiative für den Spätromantiker – mit 45 Konzerten derzeit größer als in den Reger-Städten Leipzig, München oder Meiningen.

„Eine in Kiel so wohl noch nie dagewesene Bündelung der Kräfte. Wir haben außerdem den Umsatz im Café Fiedler angekurbelt“, stellt Fritzsch im Rückblick auf die regelmäßigen Treffen eines wachsenden Gremiums fest, schwärmt von der handwerklichen Meisterschaft Regers, die mit Bach im Hinterkopf einen End- und Höhepunkt in der Harmonik und Kontrapunktik der Musikgeschichte gesetzt habe. „Allerdings sind es auch keine Klänge, die einen wellnessmäßig umspülen, sondern viel verlangen.“ Auch KMD Zehner begeistert sich für den „phantastischen Chorkomponisten“, gibt aber gerne zu, sich mit den Reger-Pflichten beim Orgelstudium auch gequält zu haben. Mit Kollege Andreas Koller, der die Rarität Der Einsiedler erarbeiten will, ist er sich einig über den extrem hohen Anspruch mancher Werke, die man tatsächlich, wie der Komponist selber witzelte, bisweilen „bis zur Bewusstlosigkeit proben“ müsse. Genauso wie etwa Friederike Woebcken mit ihrem Madrigalchor Kiel oder Regionalkantor Werner Parecker bringen sich beide Kirchenmusiker vielfältig ein. Fritzsch führt diverse Chöre der Region in den Philharmonischen Maikonzerten zusammen, wenn er das chorsinfonische Werk Die Nonnen im Schloss dirigiert. An den Orgeln sind Stargäste wie Edgar Krapp oder Roger Sayer geladen. Der Reger-Pianist schlechthin, Gerhard Oppitz, spielt das Klavierkonzert und das -quintett.

Auftritte Regers in Kiel hat die Musikwissenschaftlerin Dr. Kathrin Kirsch, Juniorprofessorin am Musikwissenschaftlichen Institut der hiesigen Universität, zum Anlass genommen, mit Studenten wie Luise Paulenz eine modulare Reger-Ausstellung zu kuratieren. Außerdem wird Universitätsmusikdirektor Bernhard Emmer auf ihre Initiative ein bunt besetztes „historisches Konzert“ rekonstruieren, mit dem Reger im Jahr 1909 auch an der norddeutschen Förde „die neue Musik der Zeit durchsetzen“ wollte.

Weiter Infos unter: www.reger-kiel2016.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3