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Midge Ure in der Pumpe Etwas von allem

„Give us this day all that you showed me, the power and the glory, ’til my kingdom comes“ – einfach mal wieder die alten Hits wie Hymn feiern, dafür waren die Fans in die Pumpe zum Konzert von Midge Ure gekommen.

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Stimmlich voll da: der schottische Musiker und Komponist Midge Ure in der Pumpe.

Kiel. Und bei dem gibt`s eine ganze Menge zu feiern, denn der schottische Musiker und Komponist ist nicht nur als Solist erfolgreich, sondern war auch Mitglied namhafter Bands wie Ultravox oder Visage.

 Nach dem Erfolg seiner letztjährigen Breathe Again!-Tour heißt es diesmal Something From Everything – ein akustischer Kessel Buntes aus fast allen Alben unter Mitwirkung des mittlerweile 63-Jährigen. Jugendliche Unterstützung erhält er wieder vom Duo India Electric Co., namentlich Joseph O`Keefe an der Mandoline (und Backgroundgesang) sowie Cole Stacey an Violine und Keyboard.

 Mit Death In The Afternoon, einer älteren Ultravox-Nummer startet das Trio noch etwas verhalten, findet sich dann bei Flow vom jüngsten Ultravox-Werk Brillant besser hinein und spätestens beim Solo-Hit If I Was ist Ure stimmlich voll da. Enorm, welch Volumen und gut dosierte Kraft diese Stimme immer noch transportiert. Hier begleitet ihn Cole Stacey erstmals an den Tasten, hierzu hat Ure eine seiner vielen Anekdoten parat: Erst auf Tour mit dem Duo „erwischte“ er Stacey backstage beim Klavierspielen; der hatte einfach vergessen zu erzählen, dass er neben Akkordeon, Gitarre und Geige auch Klavier spielen kann. Zu Homeland, geschrieben für den 1984 verstorbenen Thin-Lizzy-Frontmann Phil Lynott, steuert Stacey ein warmes Violinsolo bei, sorgt auf bei vielen Songs mit dem Bogenstrich für die Tiefe der Akustikversionen, während sich Midge Ure mit weiten Saitenanschlägen im Rhythmus wiegt.

 Das dramatische, schnelle und dynamische Live Forever vom Soloalbum Breathe ist der Eisbrecher des Abends beim Publikum im Saal, den man noch voller erwartet hätte. Das wunderschöne, von gezupfter Geige und feiner Melodie beseelte Lament stimmt ein auf das große Finale mit dem Ultravox-Megahit Vienna (Jubel schon bei den ersten Tönen), dem großen Hit Fade To Grey seiner New-Wave-Band Visage und dem anfangs zitierten Ultravox-Klassiker Hymn, von starker Stimme und Publikumschor unter Klatschen leidenschaftlich vorgetragen. Ein guter Song ist ein guter Song, und der funktioniert auch ohne E-Gitarre oder Synthesizer.

 Die Welt werde zunehmend verrückt, meint Midge Ure und setzt mit den Zugaben Marching Men seiner Band Rich Kids und dem trügerisch schunkeligen All Fall Down abschließend zwei klare Statements gegen Krieg.

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