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Ministerin legt „Kulturbericht 2013 - 2016“ vor Der Dialog läuft weiter

Kulturministerin Anke Spoorendonk hat drei Jahre nach Beginn des Kulturdialogs ihren 61-seitigen Kulturbericht 2013 -2016 vorgelegt. Es gab abstrakte Vorgaben, aber auch konkrete Ziele - die vielfach bereits umgesetzt wurden.

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Positive Bilanz: Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW).

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Als Kulturministerin Anke Spoorendonk 2013 den Kulturdialog anschob, um daraus erstmals überhaupt Kulturperspektiven für Schleswig-Holstein „als Klammer unserer Kulturpolitik“ zu entwickeln, ging es um mitunter recht wolkig wirkende Vorsätze. Aber, so die Ministerin gestern bei der Vorlage ihres 61-seitigen Kulturberichtes 2013 -2016, man habe sich über den offenen Austausch damals auch etliche konkrete Ziele gesetzt. Von denen sie heute viele erfüllt sieht. Darüber hinaus nicht zu sehen, aber klar zu spüren sei eine erheblich bessere Stimmung in der Kulturszene des Landes.

 In den Bereichen kulturelles Erbe, kulturelle Bildung und Teilhabe, Entwicklung der kulturellen Infrastruktur sowie Kulturförderung seien etliche der in den Perspektiven formulierten Ziele bereits umgesetzt, sagte die Ministerin am Montag mit Hinweis auf das Gedenkstättenkonzept, ein neues Denkmalschutz- und ein Bibliotheksgesetz, das Theaterkonzept und das rege genutzte Zertifizierungsangebot für die Museen im Lande. Eine konzeptionelle Kulturpolitik ermögliche auch eine gezieltere Kulturförderung. Anke Spoorendonk nannte eine Steigerungsrate von rund 20 Prozent in den vergangenen drei Jahren: Der Kulturhaushalt sei von 26,7 (2013) auf knapp 33 Millionen Euro in diesem Jahr gestiegen. Zugleich stiegen auch die Fördermittel für die kommunalen Theater, bei dynamisierten Zuschüssen von 36,7 auf jetzt über 38 Millionen Euro. Auch wenn der Anteil des Kulturetats am Gesamthaushalt des Landes bei unter drei Prozent liegt, belegten die Zuwächse „den hohen Stellenwert, den die Kultur für diese Landesregierung hat“, betonte die Kulturministerin: „Ein gut funktionierendes Kulturleben ist wichtig, wenn es darum geht, unsere Demokratie zu stärken“.

 Zentrale Punkte der Kulturperspektiven sind weiterhin die kulturelle Teilhabe, die Integration vor allem von Migranten, die Pflege der Minderheiten im Land sowie die Inklusion. Außerdem müsse man der zunehmenden Digitalisierung offensiv begegnen, um sie für die Kultur im Land gestalten zu können. Das sei mit der Erfassung von Museumsbeständen im Netz allein bei weitem nicht getan, verwies Spoorendonk etwa auf digitales Marketing, digitale Vermittlungstechniken, aber auch Datensicherheit.

 Die Einrichtung von Kulturknotenpunkten als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstellen im ländlichen Raum habe sich bereits fünffach, in Leck, Meldorf, Mölln, Plön und Pinneberg bewährt. Gerade im Museumsbereich hätten so bereits regionale Netzwerke neu gebildet. Zwei weitere Knotenpunkte sollen 2017 noch folgen. Die neu eingeführte Kontraktförderung ermögliche den bislang sechs Empfängern, wie etwa Landesmusikrat, Literaturhaus oder Heimatbund, nicht mehr nur Jahr für Jahr, sondern über einen Dreijahreszeitraum verstärkt strategisch zu planen. Der vor gut drei Jahren mit Bordmitteln angeschobene Dialog, so die Ministerin, lebt auf verschiedenen Ebenen weiter – ausdrücklich nicht nur über ihren fest installierten Kulturbeirat.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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