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Barock trifft Moderne

"Treffen in Telgte" Molfsee Barock trifft Moderne

Intelligent, künstlerisch, musikalisch und auch noch lecker: Das Barock-trifft-Moderne-Projekt Wort, Lied, Schmaus auf Basis von Günter Grass’ Werk Das Treffen in Telgte überzeugte durch Detailgenauigkeit, Sorgfalt und dem Blick für das große Ganze.

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Günter Grass wachte als von Nils Claussen geschaffene Büste über dem Projekt "Das Treffen in Telgte".

Quelle: Beate König

Molfsee. Der Reger-Chor-Bordesholm, die Gruppe kieliterarisch und das Winterbeker Kammerorchester führten Textauszüge aus Grass’ Roman, barocke und zeitgenössische Vertonungen von barocken Texten auf.

Heinrich Schütz, der große, aber die moderne Dichtkunst gar nicht schätzende Komponist kommt als ungeladener Gast zum Dichtertreffen in Telgte. Grimmelshausen, Gryphius und Kollegen gehen auf Habachtstellung. Gerade hatten 20 Autoren über Stil und Form guter Literatur gestritten, in Themen wie Hurerei und Kriegsbeutezügen geschwelgt, kritisch hinterfragt, ob das Plattdeutsche literarisch wertvoll ist. Jetzt steht einer dazwischen, dessen Urteil Maßstäbe setzt. 

Ausverkauft: Das Projekt "Das Treffen in Telgte" lockte 250 Gäste in die Winkelscheune im Freilichtmuseum.

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Umstanden von Dichter-Büsten genossen 250 Zuhörer in der ausverkauften Winkelscheune einen zunehmend enger verknüpften Erzähl- und Musikfluss, den Chorleiter Rüdiger Hausen und Walter Arnold von kieliterarisch ersonnen hatten.

Von der gestörten Idylle, aber auch vom Angst und Schmerz der Menschen, die die Dauerkrise des Dreißigjährigen Kriegs erlebten, erzählte der textklar artikulierende Chor in sauber gegeneinander gesetzten Reibeharmonien des Abendlied.  Die Komposition hatte Adolf Brunner auf den barocken Text von Georg Philipp Harsdörffer geschrieben. Stufenweise, bis zum finalen Forte gesteigert, wurde Brunners moderne Harmonien auf den barocken Text Freund so du etwas bist von Johannes Scheffler zum grüblerischen Monolog. Höhepunkt des Abends war die Uraufführung von Boris Guckelsbergers Vertonung von Andreas Gryphius Betrachtung der Zeit.

Neumünsteranerin Gisela Ziegler genoss den Abend von Anfang  in vollen Zügen: „Ich habe mich vorher eingelesen.“

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