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Land ebnet den Weg für Museumsneubau

Molfsee Land ebnet den Weg für Museumsneubau

Die Landesregierung hat den Weg freigemacht für den Neubau eines Eingangs- und Ausstellungshauses im Freilichtmuseum Molfsee. 2019 soll Eröffnung sein. Die Stiftung Landesmuseen als Trägerin wird in den kommenden Jahren auch in anderen Bereichen finanziell gestärkt.

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Scheunendächer in moderner Architektursprache: Der neue Eingangs- und Ausstellungskomplex im Entwurf.

Quelle: PPP Architekten

Kiel. Kulturministerin Anke Spoorendonk: „Wir reden nicht über Luftschlösser. Das sind Konzepte, die unser kulturelles Erbe sichern und jetzt abgearbeitet werden.“

Prof. Claus von Carnap-Bornheim jubelte angesichts der jüngsten Beschlüsse des Koalitionsausschusses über einen „Sechser im Lotto“. Der Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf sieht nun wieder „Handlungsfähigkeit, die wir in den letzten zehn bis zwölf Jahren verloren hatten“. Denn auch der jährliche Betriebskostenzuschuss für die Stiftung soll ab 2016 um 1,2 auf dann 8,13 Millionen Euro erhöht werden und in den Folgejahren nochmals um 200.000 (2017) und 100.000 Euro (2018) steigen. Anke Spoorendonk will auf diese Weise das strukturelle Defizit nachhaltig ausgleichen.

 Für den Neubau im Landesmuseum für Volkskunde in Molfsee wurden die Landesmittel auf zehn Millionen Euro gedeckelt. In der Ausschreibung des internationalen Architektenwettbewerbes waren die Baukosten noch auf zwölf Millionen Euro limitiert gewesen. Die Wettbewerbssieger, das Lübecker Büro Petersen Pörksen Partner, müssen ihren Entwurf jetzt abspecken und planen dafür die Außenanlagen als zweiten Bauabschnitt. Anfang 2017 ist der erste Spatenstich im Freilichtmuseum geplant. Dann dürfte das neue, vom Land mit 4,9 Millionen Euro geförderte Zentralmagazin der Landesmuseen auf dem Schleswiger Hesterberg bereits weitgehend fertiggestellt sein.

 Nachdem man eigentlich für Molfsee auf EU-Mittel gesetzt hatte, hofft die Kulturministerin jetzt, diese europäische Förderung in Richtung Haithabu umleiten zu können. Hier ist eine Grundsanierung des Museumsbaus notwendig, weil die Holzkonstruktion des Daches von Fäulnis befallen ist. Damit einher geht auch eine energetische Sanierung des 25 Jahre alten Gebäudekomplexes. So ist es unumgänglich, das Wikinger-Museum in der Saison 2017 zu schließen. 3,45 Millionen Euro sind für die Modernisierung eingeplant. Aus dem normalen Bauunterhaltungstopf wäre das nicht zu wuppen gewesen, sagt Claus von Carnap.

 Angesichts dieser klaren Signale und großen Vorhaben hadert man auf Gottorf gar nicht über den Aufschub des Termins zur Umsetzung des Masterplans für die Schlossinsel. Erst nach 2020 soll hier zukunftsgerecht umgebaut werden. Weil auch dieses Vorhaben beim Land unstrittig ist, wird intensiv weiter geplant.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Stiftung Landesmuseen
Foto: Das Eingangsgebäude in Molfsee mit den unter modernen Beton-Scheunendächern abgesenkten Ausstellungsflächen ist zugleich die Basis für den Ganzjahresbetrieb des Landesmuseums für Volkskunde.

Der Masterplan für ein „neues Schloss Gottorf“ ist nach hinten gerückt. Das kann die Freude des Direktors der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf nicht nachhaltig trüben: Claus von Carnap-Bornheim hat bis 2020 etliche große Projekte vor sich – mit Rückenwind vom Land. Nach der Sitzung des Koalitionsausschusses gibt es jetzt Planungssicherheit.

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