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„Alles aus Spaß“

Mono & Nikitaman in der Kieler Pumpe „Alles aus Spaß“

Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte es „Im Rauch der Bengalen“, das neue Album des Berliner Dancehall-Reggae-Hip-Hop-Duos Mono & Nikitaman, nicht gegeben. Für Monika Jaksch und Nick Tilstra, die sich vor 15 Jahren in Süditalien auf einem Reggae-Festival kennengelernt hatten, stellte sich die Sinnfrage. Eine Auszeit setzte neue kreative Kräfte frei, das Duo gründete ein eigenes Label. Am Donnerstag, kommen sie in die Kieler Pumpe.

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Live mit viel Energie im Einsatz: Sängerin Monika Jaksch und Nick Tilstra sind zusammen „Mono & Nikitaman“.

Quelle: Urban Tree Media

Kiel. Kiel. Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte es „Im Rauch der Bengalen“, das neue Album des Berliner Dancehall-Reggae-Hip-Hop-Duos Mono & Nikitaman, nicht gegeben. Für Monika Jaksch und Nick Tilstra, die sich vor 15 Jahren in Süditalien auf einem Reggae-Festival kennengelernt hatten, stellte sich die Sinnfrage. Eine Auszeit setzte neue kreative Kräfte frei, das Duo gründete ein eigenes Label. Morgen, am Donnerstag, kommen sie in die Kieler Pumpe.

 

 Laut.de nennt Euch „deutsche Meister im Auftrittsfleiß“. Empfindet Ihr das auch so?

 Mono: Live zu spielen ist auf alle Fälle das, was uns am meisten Spaß macht und wo man auch direkte Response kriegt. Wir freuen uns auch richtig, wenn es wieder losgeht nach der Studiozeit. Vorher ist aber viel zu tun, wir machen ja alles selbst, vom Booking bis zum Merchandise.

 

 Wart Ihr schon mal in Kiel?

 Am 5. Mai 2012, und ich habe sehr gute Erinnerungen daran, denn es war mein Geburtstag und mit mir wurde ein Ausflug gemacht. Eine halbe Stunde nördlich von Kiel gibt’s so einen wunderschönen Strand, und ich kannte das vorher noch nicht, diese rapsgelben Felder und dahinter das blaue Meer.

 

 Ihr habt Euch eine längere Auszeit genommen. Habt Ihr in der Zeit an dem neuen Album gearbeitet?

 Genau. Das hat sich als das rauskristallisiert, was uns Spaß gemacht hat. Wir wollten ’ne Bremse ziehen, wussten nicht, ob wir mit Musik weitermachen. Für mich weniger als für Nick, der gibt live sehr viel, ist sehr nah bei den Leuten. Es fehlt dann oft die Energie danach, und das haben wir gemerkt nach zehn Jahren Unterwegssein.

 

 Hätte es denn schon einen Plan B zur Musik gegeben?

 Einen Plan B gab es nicht. Ich habe Kunst studiert, für mich hätte es irgendwas in der Kunst sein müssen. Nick wollte vielleicht ein Buch schreiben. Aber dann hat sich nach einem halben Jahr gezeigt: Was am meisten Spaß macht, ist Musik. Deshalb hat sich dieses Album wie das erste angefühlt. Wir haben Beats gebaut, dann war das erste Lied fertig, nur aus Spaß, dann das zweite nur aus Spaß. Und irgendwann war das Album fertig – nur aus Spaß.

 

 Es ist ja das erste Album auf Eurem eigenen Label. War das auch ein Befreiungsschlag?

 Auf alle Fälle. Ich mag das ja, Sachen zu machen, die ich nicht kann. Und Label machen, das war wirklich was, was ich nicht kann. War schön, die Erfahrung zu machen, und wir haben das alles hingekriegt (lacht).

 

 Mit den ersten Alben wart Ihr vor allem in Österreich erfolgreich. Du kommst ja auch aus Linz. Warum, glaubst Du, wart Ihr da nicht auch schon in Deutschland ähnlich populär? Nick ist ja in Düsseldorf aufgewachsen.

 Österreich hat eine sehr gute Musikstruktur, für Independent-Künstler ist das total super. Es gibt FM4 als nationales Musikradio, die müssen keine Quoten erfüllen. Die deutschen Sender trauen sich sehr wenig, es laufen dieselben Acts immer wieder und für neue ist es sehr schwierig, da reinzukommen.

 

 Stimmt es, dass Du eher vom Hip-Hop kommst und Nick eher vom Punk beeinflusst wurde?

 Nick hat nie Punk gemacht, er ist einfach so sozialisiert, das war die Musik seiner Eltern. Nick ist in besetzten Häusern aufgewachsen, Die Toten Hosen haben vor seiner Haustür gespielt. Aber er war auch hip-hop-affin, hat Percussion gespielt. Ich habe in England studiert, da habe ich mich einfach in den Offbeat verliebt.

 

 Irgendwer hat für Eure Musik mal den Begriff „Dancehall-Punk“ bemüht ...

 Ich glaube, wenn man die Alben hört, passt das vielleicht nicht so gut. Aber live. Die Attitude des Selbermachens passt, live ist es einfach ein großes Feuer, und wir hauen drauf und uns ist es egal, was die anderen sagen.

 

 Was entgegnet Ihr denen, die Euch beim neuen Album allzu poppige Mainstream-Tendenzen oder ein Schielen auf die Charts vorhalten?

 Ich kann nur sagen, wir haben wirklich das gemacht, was uns gefallen hat. So ehrlich wie selten. Wir sind ein Act, der noch genug aneckt, denke ich, und wir werden nicht im Pop stattfinden.

 

 Konzert am Donnerstag, 16. Dezember, 20 Uhr, Pumpe, Haßstraße 22

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