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Zukunftsmusik und Märchenzauber

Mozart-Konzert Zukunftsmusik und Märchenzauber

Müsste eine begrenzte Zahl von Meisterwerken Mozarts benannt werden, käme man um die Nominierung der Gran Partita eigentlich nicht herum. Was da im locker tänzelnden Rahmen einer abendlichen Unterhaltungslustbarkeit mit je zwei Oboen, Klarinetten, Bassethörnern, Fagotten, vier Waldhörnern und der wilden Dreizehn, dem Kontrabass, musikalisch en detail passiert, ist nicht weniger als grandios.

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Mitglieder des wechselnd besetzten Linos Ensemble.

Quelle: Linos

Kiel. Hören kann man die B-Dur-Serenade KV 361 allerdings nur selten. Sie ist schwer zu besetzen, schwer zu spielen und schwer in Programme zu integrieren. Und wenn sie nicht wirklich hervorragend interpretiert wird, kann sie auch noch schwer langweilig sein ...

 Im ersten Mozart-Konzert der Musikfreunde Kiel kam man am Montagabend in der ordentlich besuchten Nikolaikirche allerdings ins Schwelgen und Staunen. Denn das Linos Ensemble, die preisgekrönt chamäleonhafte Formation für größer besetzte Kammermusik, zelebrierte das siebensätzige Werk so überzeugend mit einem gemeinsamen Atem, dass Mozarts Klangfantasien unmittelbar greifbar wurden.

 Mit Witz und Würde gestaltet der Klassiker da ein Panorama, das manchmal vom Wiener Walzer bis hin zu den raffiniert changierenden Klangflächen der Impressionisten und Minimalisten in der Musikgeschichte vorzugreifen scheint.

 Wollte man überhaupt einen Spieler lobend herausgreifen, dann wohl Kai Frömbgen, Solo-Oboist zunächst der Bamberger Symphoniker und in Abbados Luzerner Eliteorchester, inzwischen beim Chamber Orchestra of Europe. Wie ein Phönix erhebt sich immer wieder sein samtweicher Oboenton aus dem sinnlichen Gemurmel der Kollegen.

 Sehr stimmig passte dazu Antonin Dvoráks slawische Nachtmusik à la Mozart, die elfköpfig besetzte Serenade d-Moll op. 44. Das Linos Ensemble steigerte sich geradezu fiebrig hinein in die zauberhafte Märchenwelt, die da in tausend Tönen gemalt wird. Anhaltend großer Beifall und die „Dove sono“-Arie der Gräfin aus Mozarts Figaro als Zugabe.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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