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Schwelgen und überraschen

Mozart-Konzert der Musikfreunde in St. Nikolai Schwelgen und überraschen

Der französische Sprachraum bleibt führend im arkadischen Reich Pans: In der Ahnenreihe der Zauberflöten ist nach Rampal, Nicolet oder Pahud mit Magali Mosnier ein Pariser Stern hell aufgestrahlt.

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Flotter Flötenstar aus Fankreich: Magali Mosnier.

Quelle: WILDUNDLEISE.DE

Kiel. Was sich auf Tonträgern und durch den keineswegs freigiebig verliehenen Ersten Preis und Publikumspreis beim ARD-Wettbewerb in München angekündigt hatte, bestätigte sich am Montagabend aufs Schönste im Mozart-Konzert der Musikfreunde in St. Nikolai: Mosnier betörte mit einem technisch blitzblanken, klanglich warmen, vor allem musikalisch sprühend aktiven, zugleich natürlich singenden Querflötenspiel.

Mozarts Flötenquartette in C-Dur und D-Dur wird man kaum einmal so organisch fließend und edel phrasiert, dabei zugleich so überaus lebendig interaktiv hören. Mosnier, die Geigerin Ayako Tanaka, die besonders inspirierend quirlige Bratschistin Lise Berthaud und der Cellist Francois Salque musizierten spürbar mit Lust und Laune, hatten Freude am innig Melodischen und Spaß am rhythmisch Explosiven. Das funktionierte auch ohne anschmiegsam auf- und abtauchende Flöte: Schuberts Streichtrio-Fragment B-Dur D 471 pulsierte und atmete mit Anmut.

Geradezu frappierend vorwitzig aber geriet Beethovens technisch enorm anspruchsvolle D-Dur-Serenade op. 25. Mosnier, Tanaka und Berthaud setzten da voll auf Risiko, indem sie rasche Tempi wählten und mutig Pointen setzten. Das selten gehörte Werk steckt voller Überraschungseffekte à la Haydn, bietet aber nach den hochfliegenden Fanfaren vom Beginn auch Feinsinniges, das hier nicht minder elegant serviert wurde. Erfüllten Publikumsdank, sogar Zwischenapplaus nach einem besonders fröhlich frechen Ausritt der munteren Französinnen gab es dafür.

Aktueller CD-Tipp: Magali Mosnier spielt Mozarts Flötenkonzerte, Münchner Kammerorchester. Sony Classical.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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