21 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Brücke zwischen digital und analog

Multimedialen Ausstellung Brücke zwischen digital und analog

Vor zwei Jahren versah er im Rahmen eines Kunstprojektes die Bänke auf dem FH-Campus mit farbigen QR-Codes, jetzt präsentiert Michael Weisser eine multimedialen Ausstellung im Bunker D der Fachhochschule Kiel. „Compressions – effecting the global demand“ nennt er die konzeptuell angelegte Schau, die eine optische Brücke zwischen digitaler und analoger Kunst schlägt. QR-Codes dürfen da natürlich nicht fehlen.

Voriger Artikel
Große und kleine Ungeheuer
Nächster Artikel
Blockade Leningrads: Russische und deutsche Künstler erinnern

Michael Weisser zeigt digital verschlüsselte Informationen als großformatige Bildquadrate.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Gemalt, fotografiert und farblich verfremdet füllen die digital verschlüsselten Informationen als großformatige Bildquadrate einen der drei Ausstellungsräume. „Faszinierend ist für mich, dass diese Codes nahezu unendlich variabel sind und man mit ihnen quasi das ganze Universum abbilden kann“, so der Medienkünstler aus Bremen. Er mag es, dass jeder QR-Code neben der rein optischen Bildebene ein Geheimnis impliziert, das mit dem Scanner entschlüsselt „den Betrachter in eine andere Welt versetzt.“

 Im Bunker D kann diese Welt aus Gedichten, Bildern oder Klängen bestehen, allesamt geschaffen von Weisser, der in vielen künstlerischen Disziplinen zuhause ist. Der Mann hat sakrale und experimentelle Malerei, Grafik und Fotografie in Cuxhaven und Köln studiert, anschließend unter anderem Kunstgeschichte in Bonn und Marburg. Er schrieb Romane und Sachbücher, die FAZ veröffentlichte in den 60er Jahren seine Gedichte. Lange Zeit war er zudem Creative Director des Musiklabels IC/DigItMusic.

 Und er ist viel herumgekommen. Auf seinen Reisen in die exotischsten Ecken der Welt hat er fotografiert – zunächst intuitiv. „Am Abend habe ich die Aufnahmen gesichtet, um zu sehen, welche Dinge, Landschaften oder Räume mein Gefühl mir vorgegeben hat. Danach bin ich systematisch vorgegangen, um die Themen zu verdichten.“ Die analog-digitalen Resultate dieser Verdichtungen, mit denen er „den Spirit eines Ortes“ einfangen will, sind im zweiten Raum zu sehen: Pro Bild hat er zehn Motive verarbeitet, digital auf schmale Streifen komprimiert und zu einem quadratischen Großformat geschichtet. Die Streifen verschmelzen zu einem neuen Bild, das in seiner Gesamterscheinung an abstrakte Malerei denken lässt. Wie gestapelte Dias und Audiokassetten zu diesen spannenden Eindrücken passen, zeigt der dritte, rein analog gestaltete Teil der Schau.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3