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Drei Schwestern und Heckels Bilder

Geschenk für Flensburg Drei Schwestern und Heckels Bilder

Der Museumsberg Flensburg stellt erstmals 42 Bilder einer Schenkung aus den
USA mit bedeutenden Kunstwerken des expressionistischen Künstlers Erich
Heckel (1883-1970) aus. Erich Heckel machte die Flensburger Förde zu einem
bekannten Motiv von Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen.

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Die drei Schwestern aus New Jersey bei der Übergabe auf dem Flensburger Museumsberg: Anne Sylvester, Ingrid Hoffmann und Christine Salerno (v. li.)

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Flensburg. Nachdem Christine Salerno das Wort ergriffen hat, um die Erklärung zu verlesen, die sie mit ihren beiden Schwestern vorbereitet hat, fließen Tränen der Rührung. Denn Christine, die mit ihren Schwestern Anne und Ingrid von New Jersey bei New York nach Flensburg gereist ist, schildert anrührend, warum die drei Amerikanerinnen dem Flensburger Museumsberg 41 Papierarbeiten von Erich Heckel vermacht haben. Um genau zu sein, ist das Haus jetzt um 24 Aquarelle, drei Zeichnungen und 14 Druckgrafiken reicher. „Damit hat sich unser Heckel-Bestand auf einen Schlag verdreifacht“, freut sich Michael Fuhr, Direktor des Museumsbergs und erzählt die ganze deutsch-amerikanische Geschichte, die in einer kleinen Reetdachkate am Steilufer von Osterholz in Angeln 1913 ihren Anfang genommen hatte.

Erich Heckel hatte sich in jenem Sommer bei Bootsbauer Peter Hansen eingemietet und Gefallen an der abwechslungsreichen Landschaft gefunden, die er mit den Augen des Malers sah: „Am Südufer der Flensburger Außenförde fand ich das Gesuchte, das Meer und Vielfalt der Küste mit einem sehr eigenartigen Hinterland verband“, schrieb der Künstler an seinen Mäzen, den Hamburger Kunstsammler Gustav Schiefler. Als sich 1919 die Gelegenheit bot, eine benachbarte Kate zu kaufen, griffen Heckel und seine Frau Siddi zu. Weil das Paar kinderlos blieb, wurden in den Ferien gern Kinder von Verwandten oder engeren Freunden aufgenommen. Eines von diesen „Sommerkindern“ war die Nichte von Erich und Siddi Heckel, Erna Hoffmann.

Hier schließt sich der Kreis zu der Geschichte um die Heckel-Schenkung des Flensburger Museumsbergs. Sind doch die drei eingangs erwähnten Schwestern aus New Jersey Töchter eben dieser Nichte Erna, die als junge Frau 1952 mit ihrem Mann in die USA ausgewandert war, Onkel und Tante in Deutschland aber zeitlebens verbunden blieb und zu Besuchen nach Angeln kam. Über die vielen Jahre wuchs eine sehr persönliche Sammlung von Aquarellen, Zeichnungen und Holzschnitten Heckels in New Jersey. Bilder, mit der die Familie ganz selbstverständlich lebte und mit denen die Mädchen aufgewachsen sind. Blumenstillleben, Berglandschaften, Porträts und immer wieder Motive von Erna Hoffmanns Angeliter Heimat, die der Maler der Nichte nach und nach schenkte. Nicht ahnen konnten die Schwestern, dass sie mit dem Flensburger Museumsberg die ideale Heimat für das Erbe finden würden.

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