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Potpourri und Teufelstriller

Musikfreunde Kiel Potpourri und Teufelstriller

Die Musikfreunde Kiel sind mit einem gefeierten Konzert des Linos Ensemble in die Saison gestartet. In der eigenen Reihe der Mozart-Konzerte sind neben den Philharmonikern auch Isabelle van Keulens Kammersolisten XXI geladen. Wichtig bleibt für den Non-Profit-Veranstalter außerdem die Nachwuchsförderung. Beispielsweise wird dem Kieler Nachwuchstalent Theodore Squire die Bühne bereitet.

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Isabelle van Keulen kommt mit den Kammersolisten XXI nach Kiel.

Quelle: Nikolaj Lund

Kiel. Auch wenn die Nikolaikirche im Herzen der Stadt ihren eigenen Charme als Konzertstätte hat: Das Murren über den Verlust der Petruskirche, derzeit in baulicher Umgestaltung und mittelfristig ziemlich hermetisch abgeriegelt durch die Apostel-Gemeinde, bleibt noch Thema. Der Verein der Musikfreunde Kiel will sich nicht beirren lassen, seine beliebte Reihe der Mozart-Konzerte fortzusetzen – nun eben wieder am Ort ihrer Gründung. Nach dem Linos Ensemble am vergangenen Montag (siehe Rezension rechts) sind am 9. Januar extern die Kammersolisten XXI um die wunderbare Geigerin Isabelle van Keulen zum Alten Markt geladen. Sie spielen Werke von Mozart, Beethoven und Rossini. Die Mozart-Bassarie Per questa bella mano wurde eigens für das Gastspiel für Kontrabass und Kammerensemble arrangiert. Den „krönenden Abschluss“ der Serie soll dann die Prager Philharmonie mit der inzwischen weltweit gefragten Geigerin Soyoung Yoon und Mozarts Drittem Violinkonzert sowie Tartinis Teufelstrillersonate am 19. April bieten.

 Traditionell flankieren und befördern die weder auf Profit ausgerichteten noch subventionierten Musikfreunde Kiel die Aktivitäten des Philharmonische Orchesters, das sie einst gründeten. Sein Solobratscher Hendrik Vornhusen wird am 5. Dezember mit Hummels spritzigem Potpourri op. 94 herausgefordert. Rarität an dem Abend, für den noch ein Dirigent gesucht wird, ist eine Sinfonie vom „spanischen Mozart“ Arriaga. GMD Georg Fritzsch leitet am 15. Februar die berühmte g-Moll-Sinfonie des Namensgebers und plant mit den Mozart-Variationen einen Beitrag zum Reger-Jahr 2016.

 Schon am kommenden Sonntag beginnt um 12 Uhr im Klaiber-Studio des Opernhauses die Reihe der moderierten Kammermusik-Matineen. Das philharmonische Ensemble Xtuor spielt Werke von Britten, Yun und Francaix. Bewährt hat sich offenbar, die pausenlosen Sonntagmittag-Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten zu platzieren. So ist, um den Musikfreunde-Steinway nutzen zu können, die zweite Matinee mit Klaviertrios von Schubert und Schönberg am 25. Oktober in der Ansgarkirche geplant. Und die vierte wird am 17. Januar im Audimax der Universität stattfinden – dort passenderweise mit dem Vokalensemble des Jugendchores aus der Oper.

 Die Nachwuchsförderung, die sich der Verein und seine Stiftung auf die Fahnen geschrieben hat, führt einerseits zur Einladung von aktuellen Preisträgern internationaler Klavierwettbewerbe (am 21. November um 18 Uhr beginnt die Französin Nathalia Milstein mit Mozart bis Ravel). Im Schulterschluss mit der Förde Sparkasse kann sich am 6. November andererseits der Kieler Querflöten-Überflieger Theodore Squire im aparten Trio mit Daniel Burmeisters Bratsche und Lara Meyer-Struthoffs Harfe auf der Meisterklasse-Stufe des Podiums der Jungen präsentieren. Am 26. Februar folgen dort die Hoffnungsträgerinnen Swaantje Kaiser (Violine) und Linnéa Benson (Klavier).

 Spannend dürfte das neue Kammermusik-Duo des Philharmonischen Konzertmeisters Maximilan Lohse mit dem Pianisten Caspar Frantz werden. „Klassisch beflügelt“ wollen sie am 4. Juni in der Ansgarkirche romantische Raritäten von Wilhelm Berger und Max Reger sowie die große d-Moll-Sonate von Brahms interpretieren. www.musikfreunde-kiel.de

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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