19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Zwischen Zeit und Ort

Muthesius-Preis für Yeongbin Lee Zwischen Zeit und Ort

Das gut gehütete Geheimnis der Hauptjury zum Muthesius-Preis für Kunst, Raum und Gestaltung 2016 ist gelüftet: In der Kategorie Kunst gewann die Südkoreanerin Yeongbin Lee, in der Kategorie Raum/Design setzte sich die Industriedesignerin Janina Hünerberg an die Spitze. Beide Preise sind mit je 3000 Euro dotiert.

Voriger Artikel
Archiv des Günter-Grass-Hauses künftig auch digital nutzbar
Nächster Artikel
Höllenangst und wohliges Gruseln

In einer raumfüllenden Sound- und Videoinstallation wird „Zeit konserviert“: Die Südkoreanerin Yeongbin Lee ist Preisträgerin in der Kategorie Kunst.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. In ihrer raumfüllenden Sound- und Videoinstallation untersucht Yeongbin Lee den Zusammenhang von Zeit und Ort. 21 Uhren lässt sie auf Mitternacht zulaufen. Diverse Klangspuren, mit dem Handy von Freunden rund um den Globus aufgenommen, dokumentieren die letzten und die ersten fünf Minuten um den Jahreswechsel – ein Zeitabschnitt, der allerorts sehr emotional wahrgenommen wird. „Die Zeit wird konserviert. Man kann sie immer wieder anhören und besitzen“, so die 31-Jährige, die nach einem Studium der Bildhauerei in Seoul ihren Master in Kiel im Schwerpunkt Medienkunst ablegte. „Yeongbin Lee führt den Betrachter in einen globalen Dschungel aus Zeitfragmenten, die wir aufgrund des Zeitpunktes leicht identifizieren, deren örtliche Besonderheiten wir dennoch nur erahnen können“, so Kurator Martin Henatsch in seiner Laudatio.

 Für die Landwirtschaft von großem Nutzen könnte Janina Hünerbergs „Mamelle“ sein. Die gebürtige Hamburgerin entwickelte ein Messgerät zur Diagnostik von Mastitis bei Milchkühen in „klarem, funktionalen Design“, das zu einer Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes führen könnte. „Insgesamt zeigt die Arbeit, dass Design in seiner Relevanz weit über die Gestaltung von Dingen hinausgeht und zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen kann“ , so Torsten Meyer-Bogya, Kurator für Raum/Design.

 Undotierte Förderpreise gingen an die Videoarbeiten von Friederike Seide und Daniela Takeva (Freie Kunst) sowie an die Kommunikationsdesigner Jennifer Eckert und Gerrit Hoffschulte. Peter Schreiner hatte im Bereich Kunst mit seinem augenzwinkernd wissenschaftlichen Modell zum Zählen von Regentropfen beim Publikum die Nase vorn. Im Bereich Raum/Design ging der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis an Jan Jensen, der mit seiner Sound-Installation zum Zusammentreffen von Licht- und Schallwellen punktete.

 Der Muthesius-Preis für Kunst, Raum und Design wird alle zwei Jahre verliehen. Eine Katalogdokumentation der aktuellen Schau in der Kieler Kunsthalle kann über die Pressestelle des Muthesius-Kunsthochschule bezogen werden. Die Arbeiten der Preisträger werden im Marstall von Ahrensburg ein weiteres Mal zu sehen sein.

 Kunsthalle, Düsternbrooker Weg 1, noch bis Sonntag. Sa+So 10-18 Uhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3