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Neuer Ort, neuer Name

NDR Sinfonieorchester wird NDR Elbphilharmonie Orchester Neuer Ort, neuer Name

Letztlich ist es eine Frage der Ausstrahlung. Und sicher nicht des guten Klangs. NDR allein war wohl doch ein wenig zu norddeutsch für das, was dem musikalischen Flaggschiff des Norddeutschen Rundfunks als Residenzorchester der neuen Hamburger Elbphilharmonie blüht.

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Guter Name: NDR Sinfonieorchester.

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Hamburg. 70 Jahre Tradition und internationales Renommee hin und her – das NDR Sinfonieorchester wird elbphilharmonisch: Im April, wenn die neue, die erste Spielzeit in neuer Residenz vorgestellt wird, firmiert es um zum NDR Elbphilharmonie Orchester. Das klingt zunächst vielleicht etwas sperriger, macht den NDR-Zusatz im gemeinen Sprachgebrauch womöglich sogar verzichtbar – aber es unterstreicht unbestritten Anspruch und Internationalität. Also beginnt am 15. April 2016, wie gestern verkündet, nach 60 namensgleichen Jahren eine neue Ära für das NDR Sinfonieorchester.

 „Ich bin mir sicher“, sagt NDR-Programmdirektor Hörfunk, Joachim Knuth, „die Elbphilharmonie wird eine starke Marke in der Musikwelt werden – mit Strahlkraft weit über Norddeutschland hinaus. Es liegt deshalb nahe, im Namen des künftigen Residenzorchesters eine klare Verbindung zum neuen Konzertsaal herzustellen. Diese Verknüpfung wird die öffentliche Wahrnehmung unseres künstlerisch hochrangigen Orchesters in Deutschland und international weiter stärken“. Wobei der heute 114-köpfige Klangkörper in den vergangenen Jahrzehnten nicht provinziell wirkte. Mit seiner Geschichte sind Namen wie Hans Schmidt-Isserstedt, Klaus Tennstedt, John Eliot Gardiner, Herbert Blomstedt, Christoph von Dohnanyi, Christoph Eschenbach und Günter Wand verbunden – weltweit anerkannte, große Namen, wie sie beileibe nicht jedes Radioorchester vorweisen kann. Heute steht Thomas Hengelbrock am Pult.

 Aber auch mit neuem Namen geloben die Sinfoniker, nein: Philharmoniker, dem Norden treu zu bleiben: Am Engagement des künftigen NDR Elbphilharmonie Orchesters etwa beim Schleswig-Holstein Musik Festival oder bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern werde sich nichts ändern. Gleiches gelte auch für die weitere Präsenz des Orchesters in Norddeutschland und darüber hinaus, hieß es gestern von der Elbe. Es bleibe ausdrücklich auch bei den Gastspielreihen in Kiel und Lübeck. Das hören wir gern. Und der neue Name des Platzhirschen in Hamburgs neuem Leuchtturm wird irgendwann auch fließen. Er ist so singulär ja auch wieder nicht: Gewandhaus-, Gürzenich-Orchester, Concertgebouw-, Tonhallenorchester – alles gute Adressen. Fragt sich in diesem Kontext nur, wer zuerst da war: Der Saal oder das Orchester. Mit Umbenennungen ist das immer so eine Sache ...

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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