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Nagelritz kommt mit Band ins Lutterbeker Mehr Geschichten vom Meer

Diesmal kommt er mit Band. „Das war schon lange ein Traum von mir“, erzählt Dirk Langer alias Nagelritz im Telefoninterview, „die vertonten Ringelnatz-Gedichte mit mehreren Instrumenten auf die Bühne zu bringen.

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Songs rund um die Seefahrt: Dirk Langer alias Nagelritz mit seinen Musikern Gabriel Lonquich am Schlagzeug und Uli Sobotta.

Quelle: Navigo

Lutterbek. Die musikalische Umsetzung gibt auf die Art viel mehr her – vor allem, weil meine beiden Begleiter unglaublich gute Musiker sind.“ In seinen drei ersten Programmen bestritt Langer als Bühnenfigur Nagelritz immer alleine den Abend mit Liedern, zu denen er sich auf dem Akkordeon begleitete. Zwischen den Stücken erzählt Nagelritz die von Langer verfassten schräg-komischen Geschichten eines Seefahrerlebens. Im neuen Programm Nagelritz und die Fischforscher, das am Sonnabend im Lutterbeker Vorpremiere hat, stehen ihm nun zwei Kollegen zur Seite: Gabriel Lonquich am Schlagzeug und Uli Sobotta am Bass und am Euphonium, einem der Tuba verwandten Blasinstrument.

 Der in Gelsenkirchen geborene und nun schon „mehr als ein halbes Leben“ in Bremen ansässige Langer begeisterte sich schon früh für den Charme der Gedichte Joachim Ringelnatz’. Mit Anfang 20, während seines Zivildienstes in einem Kinderheim, bekam er das großartige „Kinder-Verwirr-Buch“ des Dichters in die Finger, das ganz unverhohlen auch mal zum Widerstand gegen Erwachsene aufruft. „Ich war fasziniert von den Texten, aber auch von der Person Ringelnatz selbst. Der wollte ja eigentlich ein ganz seriöser Künstler sein, hatte aber erst durch die ironische Brechung Erfolg“, so Langer. Ähnlich gehe es auch seiner Bühnenfigur Nagelritz. Und so wie der Sachse Ringelnatz sein Alter Ego Kuttel Daddeldu sächseln ließ, spricht Seemann Nagelritz eben mit Ruhrpott-Slang. Nicht die einzige Verbindung: „Die Art, die Welt zu betrachten, kindlich und gleichzeitig tiefernst und melancholisch, um dann wieder eine komische Wendung zu nehmen“, das gefalle ihm so an Ringelnatz, meint Langer.

 In Nagelritz und die Fischforscher mit den neu arrangierten Ringelnatz-Vertonungen dreht sich zwischen den Songs wieder mal alles ums Thema Meer und Seefahrt. Auf absurd-komische Weise, wie Langer betont. Da gehe es etwa darum, dass auch große Künstler sich von der „Fischforschung“ beeinflussen ließen: „Tschaikowskys Schwanensee sollte in Wirklichkeit Krabbenballett heißen, das weiß heute bloß keiner mehr...“ Auch die Geschichte vom Fischer, der sich in einen Fisch verliebt, dürfte noch eher unbekannt sein. Und ein eigener Songtext von Langer ist diesmal auch mit im Programm: „Der Froschman-Walk“, samt passender Tanzeinlage. „Das wird bestimmt die nächste Trendsportart!“, ist sich Dirk Langer sicher. Oder war das jetzt doch Nagelritz, der gesprochen hat?

  Sonnabend, 27. Februar, 21 Uhr, Lutterbeker. www.nagelritz.de

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