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Zwischen Wasser, Wind und Wellen

Die „Norddeutschen Realisten“ in Heikendorf Zwischen Wasser, Wind und Wellen

Ein Schwan zieht ungerührt seine Bahnen zwischen Fischkuttern und Feuerschiff im Hafen von Möltenort, eine Schar von Golfern spaziert über das weich geschwungene Grün des Golfplatzes von Kitzeberg und am Strand von Stein beginnt das Badeleben. Auf Einladung des Künstlermuseums Heikendorf waren Ende Mai 2016 neun Teilnehmer der Gruppe „Norddeutsche Realisten“ zu Gast.

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Tobias Duwe und seine persönliche Sichtwiese auf den Strand in Mönkeberg, entstanden Ende Mai bei einem Symposium mit neun „Norddeutschen Realisten“.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Heikendorf. Mit Pinsel und Staffelei ausgerüstet, fanden sie ihre Motive in Feld, Wald und Flur, selbst im Garten des Künstlermuseums wurde gemalt. Hier werden ab Sonnabend in einer Verkaufsausstellung unter dem Titel Naturnah – Zwischen Wasser, Wind und Wellen die Ergebnisse des Symposiums präsentiert, das mit insgesamt 66 Bildern durchaus ergiebig ausgefallen ist.

 Nach 2003 ist es der zweite Besuch der seit 1989 als lockerer Künstlerverband bestehenden Gruppe, die meist in wechselnder Besetzung unterwegs ist. Tobias Duwe war vor 13 Jahren schon dabei und ist sehr froh über die Neuauflage, die dank anderer Motive keinen Abklatsch der Vorgängerschau darstellt. „Wir alle hatten das erste Symposium in Heikendorf in bester Erinnerung – nicht zuletzt, weil die Freiluftmalerei seit Heinrich Blunck und Georg Burmester hier quasi verwurzelt ist.“

 Schließlich sei es kein Zufall, dass sich damals in der Probstei eine Künstlerkolonie zusammengefunden habe: „Licht und Landschaft sind hier einfach besonders schön.“ Und so darf wieder einmal geschwelgt werden in der Schönheit des Landstrichs, den die Gruppe um ihren Gründer Nikolaus Störtenbecker in atmosphärischen Freiluftskizzen eingefangen hat. Je nach Künstlerpersönlichkeit fallen dabei ähnliche Motive höchst unterschiedlich aus. „Wir sind ja keine Abmaler“, erklärt Duwe diese Unterschiede. „Uns geht es um den persönlichen Zugriff. Wir sind nicht hinter einem Idealbild her, sondern gehen von dem aus, was ist. Jeder findet in seinem Duktus seinen ganz persönlichen Ausdruck.“

 Was etwa bei Frank Souplie als impressionistische Momentaufnahme oder bei Till Warwas mit nahezu fotografischer Exaktheit wiedergegeben ist, erscheint bei André Krigar als flirrendes Spiel energisch geführter Pinselstriche. Brigitta Borchert, die seit einiger Zeit das I-Pad für ihre Zwecke entdeckt hat, zeigt Mut zur Abstraktion in schriller Farbigkeit. Mit beinahe analytischem Blick nähert sich Margreet Boonstra ihren Motiven. Die gebürtige Niederländerin ist zum ersten Mal in Heikendorf dabei – wie Meike Lipp, deren expressiven Skizzen leuchtende Akzente setzen und die nach langer Pause wieder an einem Symposium teilgenommen hat.

 „Neue Teilnehmer sind immer eine große Bereicherung“, weiß Tobias Duwe. Wenn der Terminkalender es zulässt, versucht er bei den ein- bis zweimal im Jahr stattfinden Treffen dabei zu sein. „Wir machen das ja nicht, um Aufmerksamkeit zu erregen. In der Zusammenarbeit mit den Kollegen und der gegenseitigen Kritik bekommt man einfach wertvolle Impulse für die eigene Arbeit.“

 Künstlermuseum Heikendorf, Teichtor 9. Eröffnung Sonnabend 17 Uhr. Bis 20. November. Di-Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr

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