4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Neue Denkmodelle für die Gerisch Stiftung

Kurator Claus Friede geht Neue Denkmodelle für die Gerisch Stiftung

Nach nur einem Jahr haben sich Prof. Claus Friede und die Gerisch Stiftung voneinander getrennt. Den Vertrag für den neuen Kurator, der auf ein Jahr befristet war und der zum 31. Dezember ausläuft, wollten laut Stifterin Brigitte Gerisch-Hölk beide Seiten nicht verlängern.

Voriger Artikel
Malerei als Therapie
Nächster Artikel
Dem Meer verbunden

Getrennte Wege: Claus Friede und Brigitte Gerisch, hier mit einer Arbeit von Manfred Sihle-Wissel.

Quelle: bos: Björn Schaller

Neumünster. „Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass wir mit einer dauerhaften künstlerischen Leitung überdimensioniert sind. Das sieht der Stiftungsrat schon seit Jahren so“, sagte Brigitte Gerisch. Fakt ist, dass die Stiftung wie alle anderen auch seit Jahren unter stark rückläufigen Zinserträgen leidet. „Bisweilen sind allerdings auch Gehaltsvorstellungen überdimensioniert“, stellte Gerisch fest. Sie wolle die Winterpause nutzen, um andere Denkmodelle für die künstlerische Leitung zu konzipieren. Eigene Ideen für weitere Ausstellungen seien durchaus vorhanden.

 „Es bestand die Option auf Vertragsverlängerung, aber das ist im gegenseitigen Einvernehmen nicht geschehen“, erklärte Friede. Das tue ihm leid und er gehe mit Bedauern. „Die Stiftung ist eine tolle Institution, aus der sich viel machen lässt“, ist er überzeugt. Friede war angetreten, um „neue Dynamik“ in die Stiftung zu bringen. Die hatte zuvor acht Jahre lang Martin Henatsch geleitet und ihre Programmlinie zwischen Idylle und Arkadien angesiedelt.

 „Ein Jahr ist zu kurz, um diese Stiftung mit all ihren unterschiedlichen Ausrichtungen in eine neue Richtung zu lenken“, sagte Friede. Immerhin sei es ihm durch das Thema und die Konzeption der Sommerausstellung Friendly Footage – Kunst und Spielfilm gelungen, das relativ hohe Durchschnittsalter der Besucher um zehn Jahre zu senken. Friede erwähnte auch eine personelle Veränderung nach dem Tod des Stifters Herbert Gerisch im April. „Brigitte Gerisch übernahm im Stiftungsvorstand die Position ihres Mannes.“ Bereits seit Herbst 2015 wirken Sohn Hans-Ulrich Hölk im Stiftungsvorstand und Philipp Hölk als Vorsitzender im Stiftungsrat.

 Der 56-jährige Friede, der Kunst studierte und seit 1990 unter dem Label Claus Friede Contemporary Art mit Sitz in Hamburg Kunstprojekte und Ausstellungen konzipiert und kuratiert, hat nach eigenen Angaben „erst im Oktober definitiv“ von der Nichtverlängerung des Vertrages erfahren.

 Um seine berufliche Zukunft ist ihm nicht bange. „Ich arbeite seit 30 Jahren freiberuflich und habe meine Netzwerke. Für 2017 stehen schon Ausstellungskuratierungen fest, es gibt Künstlerbetreuung, und auch ein Projekt für die Elbphilharmonie ist geplant“, erklärte der gebürtige Essener.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3