16 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Proben gleich nebenan

Neue Räume fürs Landestheater in Rendsburg Proben gleich nebenan

Zur Weihnachtszeit gibt es gleich mehrfach frohe Kunde rund um das krisengeschüttelte Schleswig-Holsteinische Landestheater an den Standorten Rendsburg und Schleswig.

Voriger Artikel
Mit Leidenschaft und Lakonie
Nächster Artikel
„Alles aus Spaß“

Gleich neben dem Rendsburger Theater werden im ehemaligen Telekom-Komplex (links, hinter der Alten Post) bald auch zwei Probebühnen eingerichtet.

Quelle: Wohlfromm

Rendsburg/Schleswig. Zuerst die positive Bilanz der vergangenen Spielzeit, dann die konkreten Schleswiger Pläne, das ehemalige Bundeswehr-Mannschaftsheim „Heimat“ theatertauglich zu machen (wir berichteten) und nun auch neue Perspektiven in Rendsburg. Dort können zwei Probebühnen direkt neben dem Theater eingerichtet werden.

 Bisher hatte man das Gebäude der Alten Post für die Verwaltung im Blick, nun hat man sich auf das direkt anschließende ehemalige Telekom-Gebäude verlagert. Es verfügt über Lehrsäle, deren Deckenhöhe die Einrichtung der Probebühnen ermöglichen, berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende und Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast. Insgesamt werden 1500 qm in dem 3000 qm großen Komplex zwischen Jungfernstieg und Holstenstraße angemietet, der im Besitz des Unternehmers Hauke Drengenberg ist. Zusätzlich will Generalintendant Peter Grisebach ebenfalls vis-à-vis des Theaters Büroräume für Intendanz und Teile der Verwaltung anmieten, die zur kommenden Spielzeit von Schleswig nach Rendsburg umziehen. Ab Mai soll der Umzug beginnen, im September soll er abgeschlossen sein, berichtete Gilgenast von der jüngsten Gesellschafterversammlung in Heide.

 Die Versammlung begrüßte, dass das noch im Frühjahr erwartete Defizit von rund 850000 Euro vermieden werden könnte, und die vergangene Spielzeit sogar mit einem Plus von 1700 Euro abschloss. Die Besucherzahlen sind insgesamt leicht angestiegen, besonders markant im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters.

 Die am Montagabend von der Ratsversammlung in Schleswig einstimmig abgesegneten Pläne zum Kauf der „Heimat“ auf dem Stadtrandgelände Auf der Freiheit durch die Stadtwerke wurden in Heide erleichtert zur Kenntnis genommen. Denn so bleibt der Landestheater-GmbH ein wichtiger Gesellschafter verlässlich erhalten – und auch wichtige Einnahmen aus dem Theaterbetrieb an der Schlei seien dadurch gesichert. Nicht zuletzt ergäben sich durch das neue multifunktionale Kulturhaus auch für den Kreis Schleswig-Flensburg, der neben dem Kreis Dithmarschen im Sommer für 2019 seinen Rückzug aus der GmbH angekündigt hatte, neue Perspektiven. Gilgenast hofft doch noch auf einen Verbleib des Kreises im Kreis der Gesellschafter und setzt auf Verhandlungen über neue Konditionen.

 Dass der Zeitplan für die neue „Heimat“ des Landestheaters in Schleswig mit neu zu schaffendem Baurecht und einem neuen Betreibermodell ehrgeizig ist, wurde als „sportliche Herausforderung“ angesehen. Auch auf der Ratsversammlung am Montagabend gab man sich zwar einmütig optimistisch – zugleich aber auch realistisch. Schlimmstenfalls, so klang durch, müsse man doch noch mit dem dänischen Kulturverein SSF über eine kleine Verlängerung im Slesivghus verhandeln ...

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3