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Schleswig will Drei-Sparten-Theater

Neuer Anlauf mit Neubau-Komponente Schleswig will Drei-Sparten-Theater

Es ist nicht leicht für das Landestheater, in Schleswig eine neue, feste Heimat zu finden. Nach vielen Rückschlägen und Enttäuschungen gibt es zwar noch kein konkretes Konzept, aber immerhin ein klares Bekenntnis der Politik: Man will (wieder) großes Theater an der Schlei.

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Nur bedingt eine neue „Heimat“ für das Landestheater: Das ehemalige Mannschaftsheim könnte die Nebenräume beherbergen, daneben soll der neue, eigentliche Theatersaal entstehen.

Quelle: bkm

Schleswig. Mehr also als nur Schauspiel, das nach Schließung und Abriss des alten Theaters am Lollfuß seit 2012 im Slesvighus angeboten wird. Die zum Jahreswechsel beherzt dafür angekauften Räume des Varietétheaters „Heimat“ auf dem Konversionsgelände „Freiheit“ eignen sich nach näheren Untersuchungen jedoch nicht für alle Sparten. Drum setzen die Schleswiger Kommunalpolitiker erneut auf einen Neubau – ein Theatersaal pur, mit mehr als 400 Sitzplätzen und Orchestergraben auch für Oper und Ballett. Dieser Neubau könnte an das ehemalige Mannschaftsheim der Bundeswehr angedockt werden, das nach seiner Renovierung alle Nebenräume vorhalten und weiterhin das beliebte Varieté beherbergen würde.

 So ein Gebäude, wurde am Montag auf einer nichtöffentlichen Sitzung des Kulturausschusses versichert, sei für „deutlich unter zehn Millionen Euro“ realisierbar. Ein Münchner, auf Theaterplanungen spezialisiertes Architekturbüro ist bereits involviert. Doch viel konkreter ist der neue Schleswiger Anlauf bislang nicht. Entsprechend hieß es gestern aus dem Kulturministerium, so lange ein schriftliches Konzept samt durchgerechneter Finanzierung nicht vorliege, könne man sich dazu nicht äußern. Nur soviel: „Das Land ist sich aber seiner Verantwortung für die Sicherung des Landestheaters bewusst und insofern grundsätzlich gesprächsbereit.“ So eine Aussage wertet man in der Wikingerstadt schon mal als positives Signal. Und will darauf aufbauen. Letztlich fehlen fünf Millionen Euro. Die fünf Millionen Euro, die vor Jahren schon per Ratsentscheid für die Theaterzukunft an der Schlei bereitgestellt wurden, wären der maximale kommunale Anteil, bekräftigten die Ratsfraktionen: Ohne Land und Landkreis wird der neue Anlauf nicht klappen.

 Das aktuelle Bekenntnis zur großen Theaterlösung ging einher mit der Diskussion um den künftigen Gesellschafterbeitrag Schleswigs in der Landestheater GmbH. Er muss zeitnah neu verhandelt werden, weil die Stadt ihren Status als Produktionsstandort und Sitz der Intendanz verloren hat und ab Mitte 2019 nicht mehr als Hauptgesellschafter auftritt. Geschäftsführer und Generalintendant Peter Grisebach stellte im Ausschuss drei Varianten vom „Abstecherort“ über die „mittlere Lösung“, der der derzeitigen entsprechen dürfte, bis zur großen Drei-Sparten-Lösung vor. Dafür nannte er den Beitrag von 390000 Euro, den die Politiker freilich noch nachverhandeln möchten. Dass sie eine neue Spielstätte für alle Sparten bereitstellen wollen, sieht der leidgeprüfte Grisebach als „außerordentlich positives Signal“ auch für die Zukunft des gesamten Landestheaters. Er kennt das große Publikumspotenzial Schleswigs aus der Saison 2010/11, wo fast 40000 Besucher gezählt wurden – fünf bewegte Spielzeiten später waren es nur noch 14000. Und er ist überzeugt, über eine entsprechende Einlage der Stadt sein Publikum mit dem großen Angebot zurückgewinnen zu können.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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