12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Furios, Kurios und Grandios

Neujahrskonzert in Flensburg Furios, Kurios und Grandios

In diesen Tagen dürften wohl fast alle Orchester mit Dreivierteltakt-gespickten Konzerten das neue Jahr schwungvoll und harmoniegesättigt begrüßen. So auch die Landessinfoniker in Flensburg, die ihr “Best-of” zum Jahreswechsel unter ein verheißungsvolles Motto gestellt hatten: “Furios – Kurios – Grandios”.

Voriger Artikel
Still ruht er nicht, der See
Nächster Artikel
Die Lerche und der Walzer

Gastdirigent Mark Rohde aus Hannover führte seine Musiker mit Geschick durch das verminte, weil allzu bekannte Repertoire der Wiener Strauss-Dynastie, wobei vor allem die zahlreichen und gleichermaßen vertrackten Instrumentalsoli erfreuen konnten.

Quelle: Screenshot von www.mark-rohde.de

Flensburg. Gastdirigent Mark Rohde aus Hannover, gleichermaßen charmanter Plauderer wie charismatischer Maestro mit Vorlieben für scharfe Tempi und energische Akzente, führte seine Musiker mit Geschick durch das verminte, weil allzu bekannte Repertoire der Wiener Strauss-Dynastie, wobei vor allem die zahlreichen und gleichermaßen vertrackten Instrumentalsoli erfreuen konnten. Dass dem just zum Jahreswechsel ohnehin schon stark strapazierten Orchester für die “Ungarischen Tänze” von Brahms und Ausflüge ins Biedermeierliche ein paar nicht vorhandene Probeneinheiten gut getan hätten, ließ sich allemal verschmerzen, da an anderer, unvermuteter Stelle ganz Vorzügliches gelang.

So beim schaurig-schönen “Danse macabre” von Camille Saint-Saens, dessen vi­brie­­render Duktus dank der raffinierten Instrumentation von den hörbar beflügelten Musikern mit seinem Konzertmeister Marcus Honegger als hinreißender “Fiedler des Todes” zu einem furiosen Höllenwalzer von gespenstischer Intensität gestaltet wurde.

Aber bereits zuvor hatte man eine wahre Pretiose des unbekannteren Repertoires mit Zoltán Kodálys “Tänze aus Gálanta” vorgestellt. Dieses folkloristisch gefärbte Meisterwerk mit seinen synkopisierten Rhythmen, charmant-widerborstigen Melodien und rasanten Tempoverschärfungen bis zur atemlosen Finalstretta geriet dank Mark Rohdes vitaler Stabführung bei etlichen feinen Soli der Holzbläser zu einem mitreißend musizierten und damit wirklich verheißungsvollen Jahresauftakt.

Von Detlef Bielefeld

Wiederholungen

Sonnabend (02.01.2016)     19.30 Uhr    Itzehoe, Theater Itzehoe

03.01.2016                              19.00 Uhr    Rendsburg, Stadttheater

07.01.2016                              20.00 Uhr    Heide, Stadttheater

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3