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Tonnenschwere Leichtigkeit

Nordart-Künstlersymposium Tonnenschwere Leichtigkeit

Es fehlt nur noch der letzte Schliff: Xuxo Vázquez, Nando Álvarez aus Spanien, Liliya Pobornikova aus Bulgarien und Ayla Turan aus Istanbul arbeiten auf Hochtouren an ihren Mamorskulpturen, die sie im Rahmen des Künstlersymposiums für die Nordart kreiert haben.

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Jo Kley aus Kiel schleift an seiner Marmorskulptur „Planet Babylon“.

Quelle: Gunda Meyer

Büdelsdorf. Schon am Sonntag sollen alle Werke fertig sein, bevor die 18. internationale Kunstschau am 4. Juni offiziell eröffnet wird.

Innerhalb von vier Wochen Symposium sind aus tonnenschweren Marmorsteinen, die von Portugal nach Büdelsdorf transportiert wurden, ganz unterschiedliche Großskulpturen entstanden. Den mit 6,5 Tonnen schwersten Stein hat Ayla Turan bearbeitet und einen Daydream daraus gezaubert – einen Jungen, der verträumt im Park liegt.

„Der besondere Reiz, Marmor zu bearbeiten, ist die Weichheit des Steins“, erklärt der Kieler Künstler Jo Kley, der sonst viel mit hiesigen, härteren Findlingen arbeitet. Im Video erzählt er vom Künstlersymposium und von seinem Werk, das er aus einem übrig gebliebenen Stein aus dem Vorjahr gehauen hat:

Der Kley ist Künstler der ersten Stunde bei der Nordart. Seit vier Jahren leitet er das Künstlersymposium. „Das ist wie eine große Familie, wir leben und arbeiten zusammen, kochen abends zusammen internationale Küche und inspirieren uns gegenseitig“. Sprachbarrieren sind bei den vielen Künstlern unterschiedlichster Nationalitäten für ihn kein Problem: „Kunst hat seine eigene Sprache.“ Aber nicht nur Marmor wurde bearbeitet: Jang Yongsun aus Südkorea hat aus zahlreichen Edelstahlringen riesige Stahlplastiken geschweißt und die russische Malerin Alena Kogan zeigt den Fall des Ikarus: Engelsflügel, die aus alten Fußbodenheizungsrohren entstanden.

Hier sehen Sie Bilder der Nordart 2016 vor ihrer Eröffnung.

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Im urigen Ambiente der Carlshütte gibt es aber noch viel mehr zu entdecken: 110 Wölfe von Liu Ruowang nehmen fast eine ganze Halle in Beschlag, „aber wo passen die gusseisernen Wölfe besser hin als in die alte Eisengießerei?“, fragt Wolfgang Gramm, Chefkurator der Nordart. Für den chinesischen Künstler Liu ist die Kunstschau Startpunkt einer dreijährigen Welttournee, auf der er seine Werke präsentiert. Von ihm stammen auch die 36 imposanten Kupfer-Affen, die im Außengelände für die Besucher zu sehen sein werden.

Neben Liu Ruowang als Schwerpunkt-Künstler der Nordart 2016, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Länderschwerpunkt: „Mit der israelischen Botschaft haben wir schon länger eine Kooperation. Nun zeigen 28 Künstler aus dem Land ihre Arbeiten unter dem Titel Circle of Life im Israelischen Pavillon“, so Gramm.

Bevor die Künstler nach Büdelsdorf kommen durften, wurden sie in ihren Ateliers in Israel besucht. „Die Auswahl der Künstler ist wie die Zusammensetzung eines Orchester: Die Werke müssen miteinander harmonieren“, erklärt Inga Aru, Co-Kuratorin. Insgesamt 4437 Künstler aus 109 Ländern haben sich beworben, die Jury hat 250 aus 50 Ländern ausgewählt.

Auch die Platzierung der Werke muss wohl durchdacht werden: „Wenn wir mit unseren Arbeiten fertig sind, werden diese mit schwerem Geschütz, Lkw und Stapler, an ihren Platz gebracht“, erzählt Kley. Für die 22000 Quadratmeter der großen Gießereihallen und den 80000 Quadratmeter großer Skulpturenpark wird derzeit ein Lageplan erstellt, damit die Besucher wissen, wo es was zu sehen gibt.

Die Nordart öffnet am Sonnabend, 4. Juni, 17 Uhr, ihre Pforten für Besucher. Die Schau geht bis zum 9. Oktober und ist dienstags bis sonntags von 11-19 Uhr geöffnet. Infos unter: http://www.nordart.de/

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