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Norddeutsch mit irischer Note

25 Jahre Tears For Beers Norddeutsch mit irischer Note

Für die einen waren und sind sie eine der aufregendsten Bands im Norden, für andere galten sie als „die Schande der norddeutschen Folkszene“. Langweilig war es auf jeden Fall nie in 25 Jahren Bandgeschichte von Tears For Beers, bei der nicht nur Lachtränen ins Bier flossen. Am Freitag lädt die Band zum Jubiläumskonzert und will mit ihrem sechsten Album ein neues Kapitel aufschlagen.

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Haben in 25 Jahren so einiges erlebt: Bandgründer, Sänger, Banjo- und Bouzoukispieler Lars Jensen (links) und Schlagzeuger Michael Sörensen.

Quelle: kpb:KAI-PETER BOYSEN

Eckernförde.  Irgendwo da draußen zwischen Eckernförde und Schleswig, wo sich Fuchs und Hase leise Servus sagen, steht die Musikschmiede, der Proberaum von Tears For Beers, Wohnung und Arbeitsplatz von Drummer Michael Sörensen. Hier trifft man sich gemeinsam mit Sänger, Bandkopf und -gründer Lars Jensen zum lockeren Plaudern über 25 Jahre Bandgeschichte. „Wir waren immer eine kleine Band“, sagt Jensen. Das stimmt grundsätzlich, hat aber auch einen Hauch von Understatement, da die Band schon als Support für Torfrock in der damals ausverkauften Ostseehalle spielte und auch Konzerte (zum Teil mit Kammerorchester) auf der proppenvollen Krusenkoppel die Vita zieren. Von Touren durch Irland, Estland und Dänemark und Auftritten bei großen Festivals nicht zu schweigen.

 Dennoch ist die Band von den Erfolgen einstiger Weggefährten wie BossHoss oder In Extremo weit entfernt. Ambitionen gab es durchaus, „aber ich hab nicht die nötige Reife gehabt, ich war egozentrisch verstrahlt“, gibt Lars Jensen schmunzelnd zu Protokoll. So ging es auf und ab, bis Jensen durch zwei Herzinfarkte gebremst wurde, die einen Neuanfang bedeuteten. Er schrieb ein Soloalbum und wollte dies von Kai Wingenfelder (Wingenfelder, Ex-Fury In The Slaughterhouse) produzieren lassen. Der fand jedoch so viel Gefallen an den Songs, dass er bat, sie selbst singen zu dürfen. So entstand mit Unterstützung der TfB-Musiker die Band Baltic Sea Child, die mit eingängigen Folksongs zwischen Rock und Ballade eine erfolgreiche Tour absolvierte.

 Auch die neue Ausrichtung von Tears For Beers, zu erleben auf dem kommenden Album und erstmals heute auf dem Konzert in Eckernförde, geht mehr in Richtung moderne, eingängige Folkmusik und weg vom traditionellen Ansatz. Einen Vorgeschmack gibt es auf dem neuen Bandvideo zu Metallicas Nothing Else Matters (Ein Hinweis für besorgte Tierfreunde: In der Whiskyflasche war Apfelsaft!). „Wir wollten sowieso nie irisch klingen“, erklärt der Luka-Bloom-Fan Jensen, „wir waren immer eine norddeutsche Band mit irischem Einschlag.“

 Und die hat so einiges erlebt, wie den Spontan-Auftritt im Zug von Sylt nach Niebüll für eine Gruppe von Bahnarbeitern. Mit im Zug: Ein großer Fernseher – den hatte die Band am Vorabend nach ihrem Auftritt im Club auf Sylt abmontiert, weil der Veranstalter nicht zahlen konnte. Die Bahnarbeiter sammelten eine passable Summe, das Geld wurde gleich in Niebüll auf den Kopf gehauen, der Fernseher vergessen. Derlei amüsante Geschichten gibt’s sicherlich auch heute in Eckernförde zu hören, wenn Lars Jensen, Michael Sörensen, Ur-Bassist Ebby Gerdau, Geiger Stefan Baumann, Gitarrist Jonas Linde und Akkordeonspieler Bert Ritscher mit der Siegfriedwerft übrigens einen Ort bespielen, an dem Jensens Großvater 40 Jahre gearbeitet hat.

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