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Unverbissen komisch

Moritz Neumeier in KIel Unverbissen komisch

Moritz Neumeier, der gebürtige Schleswig-Holsteiner und Ex-Poetry Slammer, ist als Stand-Up-Comedian zunehmend erfolgreich, obwohl oder vielleicht gerade weil er Tabufelder beackert, sich nicht anbiedert und bei aller gezeigten Haltung so unverbissen komisch ist.

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Lässt das Publikum teilhaben an seinem Leben als Vater, Mann, Mensch: Moritz Neumeier in der Pumpe.

Quelle: Björn Schaller

Kiel.. In der ausverkauften Pumpe braucht er, ganz dem klassischen Stand-Up folgend, nur eine Bühne und ein Mikro, dann lässt er die Zuschauer und -hörer teilhaben an seinem Leben als Vater, als Mann, als Mensch. „Hurra“ heißt sein mittlerweile drittes Solo-Programm, in dem er zunächst gesteht: „Ich spiel nicht mit meinem Sohn, weil das Spaß macht. Ich spiel mit ihm, weil in Ratgebern steht, wenn ich das nicht mache, wird er später irgendwann Nutten abstechen und ihre Haut anziehen; deshalb spiel ich mit meinem Sohn.“ Neumeier ist also in der Begeisterung für den Elternalltag eher zurückhaltend und in der Wahl seiner Worte sehr klar und direkt.

Vor allem aber ist er ein großer Verfechter der Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung sowie einer offenen Gesellschaft und lässt sich nur von seinem „moralischen Kompass“ leiten.

Den männlichen Abwehrmechanismus und Mannes Ängste bei Themen wie Frauenquote und Sexismus beschreibt und entlarvt er wunderbar in Rede und (gebrüllter) Gegenrede, nimmt sich dabei aber nicht aus und zeigt im erzählten Dialog mit seiner Frau neue Wege auf; ohne missionarischen Übereifer und oft totlustig.

Das liberale Elternhaus, die eigene Naivität beim „Flüchtlingsleasing“ oder die Vorführung eines bekifften Bankangestellten beim Diensttelefonat runden den Abend mit einem der besten deutschsprachigen Stand-Up-Acts ab und man kann sich nur noch viel mehr von dem nachdenklichen Vater, Mann und Mensch wünschen.

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Ein Artikel von
Kai-Peter Boysen

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