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Wo am Fjord Museen sprießen

Norwegen führt sich als Kulturreiseland ein Wo am Fjord Museen sprießen

Mit unserem direkten Draht, besser: Seeweg, nach Oslo wussten wir Kieler es schon: Norwegen ist nicht nur das Land der Fjorde, der Elche und Trolle, sondern hat, allemal in seiner Metropole, auch reichlich Kultur zu bieten.

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Quelle: *

Oslo.. Natürlich stehen dafür an erster Stelle die beiden großen Edvards, der Maler Munch und der Komponist Grieg, aber das ist längst nicht alles. Und weil die Vermarkter wohl wissen, dass Kulturtourismus boomt, schauten sie sich von Stavanger bis zum Nordkap um, wurden vielfach fündig – und haben Norwegen für den deutschen Markt neu definiert. Man wolle der spektakulären wie stimmungsvollen Naturkulisse ein wenig mehr Tiefe hinzufügen, formulierte es Manuel Kliese von Visit Norway kürzlich trendgerecht auf der Internationalen Tourismus Börse, wo die Kultur hallenübergreifend boomte – Lifestyle und Kulinarik inklusive.

 Wir Kieler aus dem Land der Dichter und Denker schauen schon seit geraumer Zeit sehnsüchtig gen Oslo. Die Hauptstadt der „aufstrebenden Kulturdestination“ putzt sich gerade an ihrer Wasserseite kräftig heraus. Das eisbergweiße Opernhaus (Architekten Snøhetta) mag 2008 eine Art Initialzündung gewesen sein. Ihr folgte das lichte, von Renzo Piano entworfene Astrup Fearnley-Museum mit hochkarätiger Gegenwartskunst im neuen Quartier Tjuvholmen. Zusammen mit dem Munch-Museum am Rande des Zentrums oder dem Gustav Vigelands Skulpturenpark reicht das schon für die aktuelle Kultur-Kampagne. So wurden jene Projekte gar nicht thematisiert, die Oslo in den nächsten Jahren zu einer Kulturstadt ersten Ranges machen. Mit dem Neubau des ausladenden Nationalmuseums (Architekten Kleihues und Schuwerk) um das Nobel-Friedenszentrum am roten Rathaus herum, mit der Deichmanske Bibliothek (Lund Hagem und Atelier Oslo Arkitekter) neben dem Bahnhof und vor allem mit dem neuen, augenfällig der benachbarten Norske Opera zugeneigten Munch-Museum (Herreros-Arquitectos) sind derzeit drei Großvorhaben im Bau, von denen wir hierzulande nur träumen können. Und: Hinter all diesen Projekten stecken international renommierte Architekturbüros.

 Sicher, selbst in Oslo wird mittlerweile mehr aufs Geld geschaut, ist gerade das Munch Museum, Projektname Lambda, steter Gegenstand politischer Debatten – aktuell um horrende Betriebskosten. Aber es wird gebaut. Für Kieler Kulturtouristen bietet sich absehbar die Perspektive, die neue Fjordcity vom Color-Anleger aus über das Quartier Filipstadt bis nach Björvika abzulaufen und an der Wasserkante vielfältig spannende Architektur zu erleben.

 Derweil geizt Norwegen schon jetzt nicht mit Kultur: vom neuen Konzerthaus in Stavanger (dem Öl sei auch hier Dank) über Griegs Haus in Troldhaugen oder das Peer Gynt Festival im Gudbrandstal bis hin zu den als Welterbe eingestuften Felszeichnungen im arktischen Alta.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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